Erkrankungen der Lendenwirbelsäule
Diagnose, Behandlung und Operationsabläufe bei Erkrankungen der Lendenwirbelsäule wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose und Wirbelgleiten
Überblick
Die Lendenwirbelsäule (lumbaler Bereich) besteht aus 5 Wirbeln (L1-L5) und den dazwischenliegenden Bandscheiben. Dieser Bereich trägt das Körpergewicht und ermöglicht die Beweglichkeit.
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Bandscheibenvorfall (LWS)
Ein lumbaler Bandscheibenvorfall (Bandscheibenvorfall der LWS) ist ein Riss der äußeren Schicht der weichen Bandscheibe zwischen den Wirbeln, bei dem der innere Anteil (Nucleus pulposus) nach außen tritt und Druck auf die Nerven ausübt. Am häufigsten tritt er in den Segmenten L4-L5 und L5-S1 auf. Betroffene haben Rückenschmerzen, ins Bein ausstrahlende Schmerzen (Ischialgie), Taubheitsgefühl und Schwäche. Die Diagnose wird durch die körperliche Untersuchung und eine MRT der Lendenwirbelsäule gestellt. Die Behandlung erfolgt in leichten Fällen mit Physiotherapie und Medikamenten, während in schweren Fällen eine Mikrodiskektomie oder ein endoskopischer Eingriff erforderlich sein kann.
Kanalverengung (Spinalkanalstenose)
Die lumbale Spinalkanalstenose ist eine Druckbelastung des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln infolge einer Verengung des Wirbelkanals. Am häufigsten tritt sie bei Personen über 50 Jahren auf und entwickelt sich mit zunehmendem Alter durch Bandscheibendegeneration, Knochenspornen und eine Verdickung der Bänder. Betroffene haben beim Gehen zunehmende Beinschmerzen, Taubheitsgefühl und Hinken, verspüren jedoch beim Sitzen Erleichterung. Die Diagnose wird durch MRT gestellt, und die Behandlung erfolgt in leichten Fällen mit Physiotherapie und Medikamenten, in schweren Fällen mit einer Dekompressionsoperation.
Bandscheibenvorfall (HWS)
Ein Bandscheibenvorfall der HWS ist ein Vortreten der Bandscheibe zwischen den Halswirbeln durch Degeneration oder infolge eines Traumas, das Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln ausübt.
Spondylolisthesis (Wirbelgleiten)
Die Spondylolisthesis, umgangssprachlich auch als Wirbelgleiten bekannt, ist ein Problem der Wirbelsäule. Die Wirbelsäule besteht aus übereinander angeordneten Wirbeln; bei der Spondylolisthesis gleitet einer dieser Wirbel über den darunterliegenden Wirbel nach vorne. Am häufigsten tritt sie im unteren Bereich des Rückens auf. Die Ursache des Gleitens ist von Person zu Person unterschiedlich: Bei jungen Menschen spielt meist eine angeborene Schwäche der schmalen Knochenbrücke am hinteren Teil des Wirbels oder ein Bruch durch wiederholte Belastung eine Rolle; im höheren Alter stehen altersbedingte Veränderungen wie Verschleiß der Wirbelsäule, dünner werdende Bandscheiben und nachlassende Bänder im Vordergrund. Während manche Menschen gar keine Beschwerden haben, können bei anderen Rückenschmerzen, ins Bein ausstrahlende Schmerzen und Gehschwierigkeiten auftreten. Die Diagnose wird mit Röntgen und weiteren Bildgebungen gestellt; die Behandlung kann je nach Ausmaß der Beschwerden von Bewegung und Physiotherapie bis zur Operation reichen.
Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)
Die Spondylolisthesis ist das Vorwärtsgleiten eines Wirbelkörpers über den darunterliegenden Wirbel. Sie kann degenerativer, isthmischer oder traumatischer Ursache sein.
Wirbelsäulenbrüche (Wirbelfrakturen)
Wirbelsäulenbrüche (Wirbelfrakturen) sind das Brechen oder Einsinken eines Wirbelkörpers durch Ursachen wie Trauma, Osteoporose, Tumor oder Infektion. Am häufigsten treten sie im lumbalen (Kreuz-) und thorakalen (Brust-) Bereich auf. Bei älteren Patienten kann aufgrund von Knochenschwund (Osteoporose) selbst bei minimalem Trauma eine Kompressionsfraktur entstehen. Bei jüngeren Patienten entstehen durch hochenergetische Traumata wie Sturz aus großer Höhe oder Verkehrsunfälle Berstungsfrakturen (Burst-Frakturen) oder instabile Brüche. Je nach Bruchtyp werden sie als Kompressionsfraktur (Einsinken der Vorderwand), Berstungsfraktur (Zersplitterung des gesamten Wirbels) und Chance-Fraktur (Flexions-Distraktions-Verletzung) klassifiziert. Bei stabilen Brüchen ist eine konservative Behandlung, bei instabilen oder neurologische Schäden verursachenden Brüchen eine operative Stabilisierung erforderlich. Bei osteoporotischen Brüchen sind die Vertebroplastie oder Kyphoplastie minimal-invasive Behandlungsoptionen. Durch frühzeitige Diagnose und geeignete Behandlung bleibt die Beweglichkeit erhalten und chronischen Schmerzen wird vorgebeugt.
Anatomie
Die Lendenwirbelsäule besteht aus 5 Wirbeln, die von L1 bis L5 reichen. Zwischen den Wirbeln befinden sich Bandscheiben.