Schmerzchirurgie
Algologie / Interventionelle Schmerztherapie
Über die Schmerzchirurgie
Die Schmerzchirurgie oder Algologie ist ein spezialisiertes medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und Behandlung chronischer Schmerzen befasst. Chronischer Schmerz ist eine Schmerzform, die länger als 3 Monate anhält und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigt. Die moderne Schmerztherapie greift mit nicht-operativen und minimalinvasiven Methoden direkt an der Schmerzquelle an und ermöglicht den Patienten die Rückkehr in ihren Alltag.
In unserer Abteilung für Schmerzchirurgie werden bei Erkrankungen wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose, Facettengelenksyndrom, Iliosakralgelenk-Dysfunktion, Failed-Back-Surgery-Syndrom und neuropathischen Schmerzen zielgerichtete interventionelle Eingriffe unter Durchleuchtungskontrolle (Bildgebung) durchgeführt. Zu diesen Verfahren gehören epidurale Steroidinjektionen, Nervenblockaden, RF-Thermokoagulation (Nervenverödung), Epiduroskopie (spinale Endoskopie), Nukleoplastie und Kryoplastie.
Alle Eingriffe erfolgen minimalinvasiv, in der Regel unter Lokalanästhesie und unter Durchleuchtungs- (Röntgen) oder Ultraschallkontrolle. Die Patienten werden meist am selben Tag entlassen und können innerhalb weniger Tage zu ihren normalen Aktivitäten zurückkehren. Die Schmerztherapie macht bei 70-80 % der Patienten eine Operation überflüssig und verbessert die Lebensqualität erheblich.
Modernes Schmerzmanagement erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Interventionelle Schmerzbehandlungen in Kombination mit Physiotherapie, medikamentöser Behandlung und psychologischer Unterstützung erzielen die besten Ergebnisse. Dr. Özgür Akşan verbindet seine seit 2007 in der Gehirn- und Nervenchirurgie gesammelte Erfahrung mit der Schmerzchirurgie und bietet seinen Patienten umfassende und wirksame Behandlungsoptionen.
RF-Thermokoagulation
Die Radiofrequenz-Thermokoagulation (RF-Ablation) ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung chronischer Schmerzen. Dabei werden die Nervenfasern, die die Schmerzsignale weiterleiten, mit Radiofrequenzenergie kontrolliert erhitzt und ausgeschaltet. Der unter Durchleuchtungskontrolle (Röntgen) durchgeführte Eingriff dauert unter Lokalanästhesie 15-30 Minuten, und die Entlassung erfolgt am selben Tag. Er wird insbesondere bei Facettengelenksyndrom, Iliosakralgelenkschmerzen, Ischiasschmerzen, Nackenschmerzen und Trigeminusneuralgie mit einer Erfolgsrate von 60-80 % angewendet. Die Wirkung des Eingriffs hält 6-24 Monate an und kann bei Bedarf wiederholt werden. Die RF-Thermokoagulation ist eine sichere und wirksame Option des Schmerzmanagements, die keine Operation erfordert. Die Patienten können innerhalb weniger Tage nach dem Eingriff zu ihren normalen Aktivitäten zurückkehren.
Kaudale Epiduralinjektion
Die kaudale Epiduralinjektion ist ein minimalinvasives Behandlungsverfahren, bei dem über den Hiatus sacralis im Steißbeinbereich Steroid und Lokalanästhetikum in den Epiduralraum appliziert werden. Diese Technik ist besonders wirksam bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalstenose, Radikulopathie (Nervenwurzelkompression) und chronischen Rückenschmerzen. Der Eingriff erfolgt unter Durchleuchtungskontrolle und dauert in der Regel 10-15 Minuten. Das in den Epiduralraum applizierte Steroid reduziert die Entzündung an den Nervenwurzeln und lindert so die Rücken- und Beinschmerzen (Ischias). Das Lokalanästhetikum sorgt für sofortige Linderung. Die Patienten spüren in der Regel einige Tage nach dem Eingriff eine deutliche Schmerzreduktion. Die Wirkdauer variiert von Person zu Person, beträgt aber durchschnittlich 2-6 Monate. Bei Bedarf kann der Eingriff wiederholt werden, und in Kombination mit einem Physiotherapieprogramm lässt sich eine länger anhaltende Besserung erzielen.
Transforaminale Epiduralinjektion
Die transforaminale Epiduralinjektion ist ein zielgerichtetes (target-specific) Behandlungsverfahren, bei dem Steroid und Anästhetikum direkt am Foramen – dem Austrittspunkt der Spinalnervenwurzel aus der Wirbelsäule – appliziert werden. Diese Technik gilt als die wirksamste Injektionsmethode bei einem Bandscheibenvorfall auf einer Ebene oder radikulären Schmerzen. Bei dem unter Durchleuchtung und mit Kontrastmittel durchgeführten Eingriff wird das Medikament direkt an die betroffene Nervenwurzel gebracht, was eine höhere Erfolgsrate ermöglicht (70-85 %). Der Eingriff dauert unter Lokalanästhesie 15-20 Minuten, und die Patienten werden am selben Tag entlassen. Bevorzugt wird sie insbesondere bei Bandscheibenvorfällen auf Höhe L4-L5 oder L5-S1 sowie bei foraminaler Stenose (Verengung des Nervenaustrittslochs). Die transforaminale Epiduralinjektion wird als konservative Behandlungsoption vor einer Operation betrachtet und kann bei vielen Patienten eine Operation überflüssig machen. Nach dem Eingriff können die Patienten innerhalb von 2-7 Tagen eine Schmerzlinderung bemerken.
Facettengelenkinjektion
Die Facettengelenkinjektion ist die Applikation von Steroid und Lokalanästhetikum in die Facettengelenke, die sich an der Rückseite der Wirbelsäule befinden und die Wirbel miteinander verbinden. Die Facettengelenke ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule und begrenzen zugleich übermäßige Bewegungen. Entzündungen dieser Gelenke durch Alterung, Degeneration, Trauma oder Arthritis können chronische Rücken- oder Nackenschmerzen verursachen. Die Facetteninjektion wird sowohl zu diagnostischen als auch zu therapeutischen (behandelnden) Zwecken eingesetzt. Unter Durchleuchtungskontrolle wird das Medikament präzise in das Gelenk oder in dessen Umgebung injiziert. Der Eingriff dauert 10-15 Minuten und erfolgt unter Lokalanästhesie. Die Patienten können wenige Stunden nach dem Eingriff nach Hause gehen. Bei Patienten mit erfolgreichem Ansprechen (mehr als 50 % Schmerzreduktion) kann mit der RF-Thermokoagulation eine langanhaltende Linderung von 6-24 Monaten erzielt werden. Die Facetteninjektion zeigt insbesondere bei Patienten mit Facettensyndrom, Spondylose und mechanischen Rückenschmerzen eine Erfolgsrate von 50-75 %.
Iliosakralgelenkinjektion
Die Iliosakralgelenkinjektion (ISG-Injektion) ist die Applikation von Steroid und Lokalanästhetikum in das Iliosakralgelenk, das zwischen Beckenknochen und Kreuzbein liegt. Das ISG ist eine wichtige Struktur, die das Körpergewicht auf die Beine überträgt und bei alltäglichen Aktivitäten ständig belastet wird. Bei ISG-Dysfunktion oder Sakroiliitis (Gelenkentzündung) können Schmerzen im unteren Rücken, in der Hüfte und im Bein auftreten. Diese Schmerzen verstärken sich insbesondere bei langem Sitzen, beim Treppensteigen oder beim Stehen auf einem Bein. Die ISG-Injektion wird sowohl zu diagnostischen als auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Der Eingriff erfolgt unter Durchleuchtungs- oder Ultraschallkontrolle und dauert 10-15 Minuten. Das Lokalanästhetikum sorgt für sofortige Linderung, während das Steroid seine Wirkung innerhalb von 2-7 Tagen entfaltet. Die Wirkdauer beträgt durchschnittlich 2-6 Monate, bei manchen Patienten kann die Linderung jedoch länger anhalten. Bei 60-80 % der Patienten mit ISG-Schmerzen zeigt sich eine deutliche Besserung. Bei Bedarf kann der Eingriff wiederholt oder dauerhafte Lösungen wie die RF-Ablation in Betracht gezogen werden.
Epiduroskopie (Spinale Endoskopie)
Die Epiduroskopie oder spinale Endoskopie ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem eine feine Kamera (Endoskop) in den Epiduralraum des Wirbelkanals eingeführt wird, um eine Behandlung unter direkter Sicht zu ermöglichen. Dieser Eingriff wird insbesondere bei Patienten mit Failed-Back-Surgery-Syndrom (FBSS), chronischen radikulären Schmerzen, epiduraler Fibrose (Narbengewebe nach Operationen), mehrsegmentaler Spinalkanalstenose und therapieresistenten Rücken-Bein-Schmerzen angewendet. Während des Eingriffs kommen Lokalanästhesie und Sedierung zum Einsatz. Der Zugang zum Epiduralraum erfolgt über den Hiatus sacralis am Steißbein; unter Kamerasicht werden Verwachsungen (Adhäsionen) mechanisch gelöst, Entzündungsbereiche identifiziert und gezielte Steroidinjektionen vorgenommen. Der Eingriff dauert 30-60 Minuten, und die Patienten bleiben in der Regel eine Nacht im Krankenhaus. Die Epiduroskopie erzielt bei 50-70 % der Patienten eine deutliche Schmerzreduktion. Sie ist eine wertvolle alternative Behandlungsoption, insbesondere bei Patienten mit Verwachsungen nach Operationen oder wenn eine Operation nicht gewünscht ist.
Sık Sorulan Sorular
Was ist die RF-Thermokoagulation und wie wird sie durchgeführt?
In welchen Fällen wird eine Epiduroskopie durchgeführt?
Wie werden Facettengelenkschmerzen behandelt?
Welche nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei chronischen Rückenschmerzen?
Beseitigt eine Nervenblockade die Schmerzen vollständig?
Ist die Ozontherapie bei einem Bandscheibenvorfall wirksam?
Behandelte Erkrankungen
Angewandte Behandlungen
RF Termokoagülasyon
Enjeksiyon Tedavileri
Hastalık / Tedavi Ara
Beliebte Suchanfragen::
Doç. Dr. Özgür AKŞAN
Beyin ve Sinir Cerrahisi
2007 yılından bu yana beyin ve sinir cerrahisi alanında hizmet vermektedir.
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Assoc. Prof. Dr. Özgür Akşan
Brain, Spine & Nerve Surgeon · İzmir, Türkiye
Specializes in the evaluation and surgical treatment of brain, spine and peripheral nerve conditions. This article was prepared and medically reviewed in light of clinical experience and reference textbooks.
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