Glossopharyngeusneuralgie (Zungen-Rachen-Nervenschmerz)

Heftige Schmerzattacken in Rachen, Ohr und Zungenhinterrand

H15 Themenleitfaden

Kraniale Neuralgien und Schmerz

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Plötzlicher, messerstich- oder stromschlagartiger Schmerz entlang der Rachen-Ohr-Linie
Durch Schlucken, Sprechen, Gähnen oder Husten ausgelöste Attacken
Sekunden bis Minuten dauernde, wiederkehrende Schmerzkrisen
Zwischen den Attacken relativ beschwerdefreie, schmerzlose Phasen
Bei manchen Patienten beidseitiges Auftreten; in seltenen Fällen Ohnmacht oder Verlangsamung des Pulses während der Attacke
Bei manchen Patienten im Ohr konzentrierter Schmerz (otalgischer Typ) oder anhaltendes Fremdkörpergefühl im Rachen

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Häufig gestellte Fragen zu Glossopharyngeusneuralgie (Zungen-Rachen-Nervenschmerz)

Q1.Ist diese Erkrankung gefährlich?
Bei den meisten Patienten ist sie nicht lebensbedrohlich, da der Schmerz jedoch sehr heftig sein kann, beeinträchtigt sie die Lebensqualität erheblich und kann dazu führen, dass die Person Essen und Sprechen scheut. Ein wichtiger Punkt: Dieser Nerv ist ein sehr naher Nachbar eines Nervs, der den Herzrhythmus beeinflusst; deshalb können bei manchen Patienten während einer Attacke eine Verlangsamung des Pulses, Ohnmacht und selten ein kurzzeitiger Herzstillstand auftreten. Daher erfolgt bei Bedarf auch eine kardiologische Beurteilung.
Q2.Wann kommt eine Operation in Betracht?
Die Erstlinienbehandlung besteht aus Medikamenten gegen Nervenschmerzen und kontrolliert bei den meisten Patienten den Schmerz. Bei Patienten, die nicht ausreichend auf Medikamente ansprechen, deren Lebensqualität erheblich beeinträchtigt ist oder die die Nebenwirkungen der Medikamente nicht vertragen, werden chirurgische Optionen erwogen. Das am häufigsten angewendete Verfahren ist die mikrovaskuläre Dekompression, bei der das den Nerv komprimierende Gefäß durch Einlegen eines weichen Polsters dazwischen abgelöst wird. Die Entscheidung wird individuell getroffen.
Q3.Wie wird sie von der Trigeminusneuralgie unterschieden?
Beide sind Nervenschmerzen, die plötzliche, blitzartige Gesichts- bzw. Kopfschmerzen verursachen, betreffen aber unterschiedliche Bereiche. Bei der Trigeminusneuralgie wird der Schmerz im Gesicht (Wange, Kinn, Stirn) empfunden und durch Bewegungen wie Berührung des Gesichts und Kauen ausgelöst. Bei der Glossopharyngeusneuralgie liegt der Schmerz hingegen in Rachen, Zungengrund und Ohrumgebung und wird durch Schlucken, Sprechen und Gähnen ausgelöst. Diese unterschiedlichen Auslöser und Schmerzorte ermöglichen die Abgrenzung.
Q4.Wenn Essen den Schmerz auslöst, wie soll ich mich ernähren?
Da die Attacken durch Schlucken ausgelöst werden, kann dies dazu führen, dass Patienten das Essen scheuen und an Gewicht verlieren. In dieser Phase kann es helfen, weiche, leicht zu schluckende Nahrungsmittel zu bevorzugen und die Auslöser (sehr heiße/kalte, harte Bissen) durch Beobachtung zu reduzieren. Die eigentliche Lösung besteht darin, den Schmerz mit Medikamenten oder, falls geeignet, mit einer Operation unter Kontrolle zu bringen; bei erheblichen Ernährungsschwierigkeiten sollte der Arzt informiert werden.
Q5.Warum kommt es während einer Attacke zur Ohnmacht?
Der Nervus glossopharyngeus arbeitet nahe dem Nervus vagus, der die Herzfrequenz reguliert. Während einer heftigen Schmerzattacke kann diese Bahn stimuliert werden, wodurch sich der Herzschlag verlangsamen, der Blutdruck sinken und dadurch eine Ohnmacht auftreten kann; selten kann das Herz kurzzeitig aussetzen. Daher wird bei Patienten mit Ohnmachtsanamnese auch der Herzrhythmus beurteilt und bei Bedarf werden zusätzliche Maßnahmen geplant.
Q6.Kann der Schmerz beidseitig sein?
Bei den meisten Patienten ist der Schmerz einseitig, bei einem Teil der Patienten kann er jedoch auf beiden Rachen-Ohr-Linien (beidseitig) auftreten. Ein beidseitiges Auftreten kann den Diagnose- und Behandlungsplan beeinflussen und eine sorgfältigere Abklärung der zugrunde liegenden Ursache erforderlich machen. Ob der Schmerz ein- oder beidseitig ist, ist eine wichtige Information für die Beurteilung und sollte dem Arzt unbedingt mitgeteilt werden.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  3. Quiñones-Hinojosa A, ed. Schmidek and Sweet Operative Neurosurgical Techniques. 7th ed. Elsevier; 2021.
  4. Candido KD, Chang Chien GC. Glossopharyngeal Nerve Block. In: Deer TR, et al., eds. Treatment of Chronic Pain by Interventional Approaches: The AAPM Textbook on Patient Management. New York: Springer; 2015.

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Glossopharyngeusneuralgie (Zungen-Rachen-Nervenschmerz) (ICD-10: G52.1) | Dr. Özgür Akşan