RF-Thermokoagulation
Interventionelle Behandlung, bei der zur Verringerung der Schmerzweiterleitung gezielt kontrollierte Hitze auf den Nerv angewandt wird
Was ist diese Behandlung?
Die Radiofrequenz(RF)-Thermokoagulation ist eine interventionelle Schmerzbehandlung, die darauf abzielt, die für die Schmerzweiterleitung verantwortlichen Nervenstrukturen mit kontrollierter Wärmeenergie zu modifizieren. Der Eingriff bedeutet nicht die vollständige, wahllose Zerstörung des Zielnervs, sondern folgt dem Prinzip, an der richtigen anatomischen Stelle und mit korrekter Indikation die schmerzleitende Weiterleitung zu verringern. Bei Trigeminusneuralgie, von den Facettengelenken ausgehenden Wirbelsäulenschmerzen und bestimmten chronischen Nacken-Rücken-Schmerzbildern kann sie bei ausgewählten Patienten eine deutliche Erleichterung bewirken.
Vorteile
- Kann bei richtiger Patientenauswahl eine langanhaltende Schmerzkontrolle ermöglichen
- Bietet ohne Operation die Möglichkeit einer ambulanten interventionellen Behandlung
- Kann bei Patienten, die von diagnostischen Blockaden profitieren, eine gezieltere zweite Stufe sein
- Ist bei Bedarf wiederholbar und mit anderen Schmerzbehandlungen kombinierbar
Behandlungsablauf
Der Eingriff wird unter Durchleuchtung oder bei Bedarf unter CT-Kontrolle geplant. Bevor die spezielle RF-Kanüle am Zielnerv platziert wird, erfolgt eine anatomische Bestätigung; anschließend wird die korrekte Höhe durch sensorische und motorische Teststimulationen bestätigt. Nach Erreichen der geeigneten Position wird kontrollierte Wärmeenergie angewandt. Die verwendete Technik kann als klassische thermische RF, gepulste RF (pulsed RF) oder mit unterschiedlichen Parametern je nach anvisierter Nervenstruktur geplant werden.
Wann wird sie eingesetzt?
- Bei chronischen, von den Facettengelenken ausgehenden Rücken- und Nackenschmerzen
- Bei ausgewählten Gesichtsschmerzsyndromen wie der Trigeminusneuralgie
- Bei Patienten mit vorübergehendem Nutzen durch eine diagnostische Blockade, wenn eine dauerhaftere Erleichterung angestrebt wird
- Bei geeigneten neuropathischen Schmerzbildern, bei denen nicht-chirurgische Behandlungsoptionen unzureichend sind
Genesung und Planung
Die Wirkungen nach der RF-Behandlung treten bei manchen Patienten sofort, bei anderen erst innerhalb einiger Wochen deutlich hervor. Nach dem Eingriff können eine vorübergehende örtliche Empfindlichkeit oder eine kurzzeitige Schmerzzunahme im Behandlungsbereich auftreten. Für einen dauerhaften Erfolg sind die korrekte Indikation, die genaue Zielbestimmung sowie die Einhaltung der Empfehlungen zu schützenden Übungen und Wirbelsäulenhygiene nach dem Eingriff wichtig.
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Quellen
Geprüfte Fachbücher der Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, die den medizinischen Rahmen dieser Behandlung stützen.
- Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011:1836.
- Greenberg MS. Greenberg’s Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1865.
- Rengachary SS, Wilkins RH, eds. Neurosurgical Operative Atlas. American Association of Neurological Surgeons; 1991-2000.
- Quiñones-Hinojosa A, ed. Schmidek and Sweet: Operative Neurosurgical Techniques: Indications, Methods and Results. 7th ed. Elsevier; 2021.
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