Diffuses Mittellinien-Gliom (DMG)

Ein rasch verlaufender Hirntumor, der bei Kindern in den Mittellinienstrukturen des Gehirns, besonders im Hirnstamm, entsteht.

H01 Themenleitfaden

Neuroonkologie: Hirntumoren

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Doppeltsehen, Gesichtsasymmetrie (Beteiligung der Hirnnerven)
Schluckstörung und Stimmveränderung
Schwäche auf einer Körperseite oder im gesamten Körper
Unsicheres Gehen, Koordinationsstörung, Ungeschicklichkeit
Rasch fortschreitende Beschwerden (in der Regel innerhalb einiger Monate)
Im fortgeschrittenen Stadium Bewusstseins- und Atemveränderungen

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Strahlentherapie (Standard-Erstlinie, lindert die Beschwerden)
Stereotaktische Biopsie zur Diagnose oder Genuntersuchung (bei Bedarf)
Zielgerichtetes Medikament und Behandlungen im Rahmen klinischer Studien bei wiederkehrender Erkrankung
Auf die Symptome gerichtete unterstützende Behandlung und psychologische Unterstützung

Häufig gestellte Fragen zu Diffuses Mittellinien-Gliom (DMG)

Q1.Warum lässt sich das DMG nicht operativ entfernen?
Dieser Tumor wächst durch Einwachsen in gesundes Gewebe und liegt meist in Regionen wie dem Hirnstamm, die lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Herzrhythmus und Schlucken steuern. Deshalb würde der Versuch, den Tumor zu entfernen, diese Funktionen schwer schädigen. Eine Operation wird nur begrenzt eingesetzt, um Gewebe für die Diagnose zu entnehmen oder eine Flüssigkeitsansammlung zu entlasten.
Q2.Warum verliert die Strahlentherapie nach einer gewissen Zeit ihre Wirkung?
Die Strahlentherapie lindert die Beschwerden beim DMG bei den meisten Kindern für einige Monate und verbessert die Lebensqualität; aufgrund der biologischen Beschaffenheit des Tumors ist ihre Wirkung jedoch nicht dauerhaft, und die Erkrankung schreitet mit der Zeit erneut fort. Deshalb ist die Strahlentherapie allein nicht heilend; die Forschung konzentriert sich darauf, dauerhaftere Behandlungen zu finden.
Q3.Gibt es neue Behandlungen?
Ja, die Forschung in diesem Bereich schreitet rasch voran. Bei wiederkehrender Erkrankung wurde in jüngster Zeit erstmals ein zielgerichtetes Medikament zugelassen, und verschiedene Behandlungen im Rahmen klinischer Studien (Immuntherapie, zielgerichtete Medikamente) laufen. Familien wird empfohlen, sich beim Neuro-Onkologie-Team über klinische Studien zu informieren, für die ihr Kind geeignet sein könnte.
Q4.Ist immer eine Biopsie erforderlich?
Nein. Das typische DMG-Erscheinungsbild im Hirnstamm wird meist als für die Diagnose ausreichend angesehen, und nicht bei jedem Kind ist eine Biopsie erforderlich. Ist das Erscheinungsbild jedoch atypisch oder müssen zur zielgerichteten Behandlung die genetischen Eigenschaften des Tumors (zum Beispiel die H3-K27M-Veränderung) bestimmt werden, kann eine kleine Gewebeprobe entnommen werden. Die Entscheidung wird je nach Situation getroffen.
Q5.Ist das DMG erblich?
Das DMG ist in der Regel nicht erblich; es entsteht durch Genveränderungen, die sich nachträglich in den Tumorzellen entwickeln, und ein Übergang auf andere Familienmitglieder ist nicht zu erwarten. Die Erkrankung wird nicht durch etwas verursacht, das die Familie getan hat. Bestehen dennoch Sorgen, können das Neuro-Onkologie-Team und eine genetische Beratung die Familie informieren.
Q6.Warum schreiten die Beschwerden so rasch fort?
Das DMG ist ein schnell wachsender Tumor, und da er die kritischen Regionen des Hirnstamms betrifft, werden die Beschwerden in der Regel innerhalb weniger Wochen bis Monate deutlich; Doppeltsehen, Gesichtslähmung, Schluckstörung und Gleichgewichtsstörungen sind häufig. Aufgrund dieses raschen Verlaufs wird bei Diagnosestellung ohne Verzögerung mit der Behandlung begonnen, und die unterstützende Versorgung gewinnt an Bedeutung.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Chiarelli PA, et al. Brainstem Tumors. In: Di Rocco C, Pang D, Rutka JT, eds. Textbook of Pediatric Neurosurgery. Springer; 2020.
  3. Osborn AG, Hedlund GL, Salzman KL. Osborn's Brain: Imaging, Pathology, and Anatomy. 2nd ed. Elsevier; 2018.

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Diffuses Mittellinien-Gliom (DMG) (ICD-10: C71.7) | Dr. Özgür Akşan