Hypophysenadenom

Gutartiger Tumor, der in der Hypophyse entsteht

1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Kopfschmerzen - meist frontal, retroorbital, durch Druck auf den Keilbeinsinus
Gesichtsfeldausfälle - bitemporale Hemianopsie (Druck auf das Chiasma opticum), einseitige Blindheit (Druck auf den Sehnerv)
Hormonelle Störungen - beim Prolaktinom Amenorrhoe-Galaktorrhoe, bei der Akromegalie Vergrößerung von Händen und Füßen, beim Cushing-Syndrom Gewichtszunahme
Zeichen eines Hypopituitarismus - Müdigkeit, Abgeschlagenheit, sexuelle Funktionsstörung, Kälteempfindlichkeit
Gewichtsveränderungen - beim Cushing-Syndrom Zunahme, beim Hypopituitarismus Abnahme
Menstruationsstörungen, Libidoverlust, Unfruchtbarkeit - Gonadotropinmangel oder Hyperprolaktinämie

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Transsphenoidale endoskopische Chirurgie (Resektion von Mikro- und Makroadenomen)
Medikamentöse Behandlung - Cabergolin/Bromocriptin (erste Wahl beim Prolaktinom)
Stereotaktische Radiochirurgie (Gamma Knife) - Tumorrest/Rezidivtumoren
Hormonersatztherapie (bei Entwicklung eines Hypopituitarismus - Levothyroxin, Hydrocortison, GH)

Häufig gestellte Fragen zu Hypophysenadenom

Q1.Ist ein Hypophysenadenom gefährlich?
Die meisten Hypophysenadenome sind gutartig und wachsen langsam. Ein Hormonüberschuss (Akromegalie, Cushing-Syndrom, Prolaktinom) oder ein Raumforderungseffekt (Sehverlust, Hypopituitarismus) kann jedoch zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Bei früher Diagnose und Behandlung ist die Prognose ausgezeichnet. Ohne Behandlung können sich bleibende Komplikationen entwickeln.
Q2.Kann ein Hypophysenadenom ohne Operation behandelt werden?
Prolaktinome werden meist mit einer medikamentösen Behandlung (Cabergolin, Bromocriptin) kontrolliert, eine Operation ist nicht erforderlich. Kleine, keine Hormone ausschüttende, beschwerdefreie Adenome können beobachtet werden. Bei anderen Typen (GH ausschüttend, ACTH ausschüttend, Makroadenome) ist meist eine Operation erforderlich. Bei einem nach der Operation verbliebenen Tumor kann eine Radiochirurgie angewandt werden.
Q3.Wie wird eine Hypophysenoperation durch die Nase durchgeführt?
Die transsphenoidale endoskopische Chirurgie ermöglicht es, über die Nase durch den Keilbeinsinus die Hypophyse zu erreichen. Der Schädel wird nicht eröffnet, der Eingriff ist minimalinvasiv. Die Erholung nach der Operation ist rasch (2-3 Tage Krankenhausaufenthalt). Mit modernen endoskopischen Techniken wird der Tumor vollständig entfernt und die Hormonfunktion erhalten. In erfahrenen Zentren ist das Komplikationsrisiko sehr gering.
Q4.Ist nach einer Hypophysenoperation eine Hormonbehandlung erforderlich?
War die Hypophysenfunktion vor der Operation normal, bleibt sie bei den meisten Patienten erhalten. Bei großen Tumoren oder invasiver Chirurgie kann sich jedoch ein Hypopituitarismus entwickeln (10-20 %). In diesem Fall wird eine lebenslange Hormonersatztherapie (Schilddrüsenhormon, Kortisol, bei Bedarf Geschlechtshormone) gegeben. Bei allen Patienten werden nach der Operation Hormontests durchgeführt.
Q5.Was ist eine Akromegalie und wie wird sie behandelt?
Die Akromegalie ist eine Erkrankung, die durch eine übermäßige Ausschüttung von Wachstumshormon (GH) aus der Hypophyse entsteht und mit einem Wachstum der Knochen von Händen, Füßen und Gesicht, Herz-Lungen-Problemen, Diabetes und Bluthochdruck einhergeht. Die Behandlung besteht in der Entfernung des Hypophysenadenoms. Kehrt der GH-Spiegel nach der Operation nicht zur Norm zurück, werden eine medikamentöse Behandlung (Somatostatinanaloga, Pegvisomant) oder eine Radiochirurgie angewandt.
Q6.Was wird getan, wenn ein Prolaktinom nicht auf die medikamentöse Behandlung anspricht?
80-90 % der Prolaktinome sprechen auf Dopaminagonisten (Cabergolin, Bromocriptin) an. Bei medikamentenresistenten Fällen wird die Dosis erhöht, ein anderes Medikament versucht oder zur Operation übergegangen. Mit der transsphenoidalen Chirurgie werden 70-90 % der Mikroadenome und 50-60 % der Makroadenome behandelt. Nach der Operation kann eine dauerhafte Remission erreicht werden.

Kaynaklar

  1. Melmed S, ed. The Pituitary. 4th ed. Academic Press/Elsevier; 2017:216-296.
  2. Honegger J, Reincke M, Petersenn S, eds. Pituitary Tumors: A Comprehensive and Interdisciplinary Approach. Elsevier; 2021:211-271.
  3. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:838-898.
  4. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011:1550-1628.
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