Nervus peroneus (Fußheberschwäche)

Ein Zustand, bei dem eine Schädigung des Nervus peroneus an der Außenseite des Knies das Anheben des Fußes unmöglich macht (Fußheberschwäche).

H18 Themenleitfaden

Periphere Nervenchirurgie

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Unfähigkeit, Fuß und Zehen anzuheben (Fußheberschwäche)
Schleifen der Fußspitze am Boden beim Gehen und Gehen mit übermäßig angehobenem Knie und Hüfte (Storchengang)
Schwäche beim Auswärtsdrehen der Fußsohle, Neigung zum häufigen Umknicken des Sprunggelenks
Taubheitsgefühl und Kribbeln am Fußrücken und an der Außen-Vorderseite des Unterschenkels
Bei lang anhaltenden Fällen Schwund der vorderen Unterschenkelmuskeln
In der Regel geringer Schmerz (die Beschwerden bestehen meist in Schwäche und Taubheitsgefühl)

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Beseitigung des einengenden Faktors (Korrektur von Sitz und Position, Lockern des Gipses)
Sicheres Gehen mit einer Sprunggelenk-Orthese (AFO) und Physiotherapie
Operative Freilegung oder Nervennaht/-transplantation (in geeigneten Fällen)
Sehnentransposition bei bleibender Fußheberschwäche zur funktionellen Verbesserung

Häufig gestellte Fragen zu Nervus peroneus (Fußheberschwäche)

Q1.Heilt eine Fußheberschwäche aus?▼
Meist ja, doch die Erholung hängt von Art und Schwere der Schädigung ab. Leichte Schädigungen durch Ursachen wie übereinandergeschlagene Beine oder vorübergehenden Druck bilden sich nach Wegfall der Ursache innerhalb von Wochen bis Monaten weitgehend zurück. Bei schweren Zuständen mit gequetschtem oder durchtrenntem Nerv kann die Erholung begrenzter und langsamer sein; bei diesen Patientinnen und Patienten werden operative Optionen abgewogen.
Q2.Kann das Übereinanderschlagen der Beine wirklich eine Fußheberschwäche verursachen?▼
Ja, das ist möglich. Da der Nervus peroneus an der Außenseite des Knies unmittelbar unterhalb des Knochens oberflächlich verläuft, ist er sehr druckempfindlich. Langes Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen kann Druck auf diesen Nerv ausüben und eine vorübergehende Schwäche und ein Taubheitsgefühl verursachen. Deshalb wird empfohlen, diese Position besonders bei schlanken Personen und bei längerer Bewegungslosigkeit zu vermeiden.
Q3.Wofür ist eine AFO (Sprunggelenk-Orthese) gut?▼
Eine AFO ist eine Stütze, die das Sprunggelenk in geeigneter Stellung hält und so verhindert, dass die Fußspitze beim Gehen am Boden hängen bleibt. Sie ermöglicht Menschen mit Fußheberschwäche ein sichereres und geordneteres Gehen und verringert Stürze. Sie kann während der Erholung oder bei bleibenden Zuständen eingesetzt werden. Während sich der Nerv erholt, dient die AFO als vorübergehende Stütze; parallel wird die Physiotherapie fortgeführt.
Q4.Besteht ein Zusammenhang zwischen Fußheberschwäche und Bandscheibenvorfall?▼
Das ist möglich. Auch eine Kompression der Nervenwurzel L5 durch einen Bandscheibenvorfall kann durch Schwächung der fußhebenden Muskeln eine Fußheberschwäche verursachen, und dies kann mit einer Schädigung des Nervus peroneus am Knie verwechselt werden. Die Unterscheidung ist wichtig: Bei einem Problem des Nervus peroneus bestehen in der Regel keine Rücken- oder Beinschmerzen, und das Auswärtsdrehen des Fußes ist betroffen. Untersuchung und EMG helfen bei dieser Unterscheidung.
Q5.Wie wird die Diagnose gestellt?▼
Die Diagnose beginnt mit der Untersuchung; die Kraft beim Anheben des Fußes, das Gangbild und das Gefühl am Fußrücken werden beurteilt. Dass die Kraft beim Herunterdrücken des Fußes erhalten ist, legt nahe, dass das Problem vom Nervus peroneus ausgeht. Ort und Schwere der Schädigung werden mit einer EMG und einer Nervenleitgeschwindigkeitsmessung bestimmt; bei Bedarf wird mit Ultraschall oder MRT nach einer den Nerv bedrängenden Zyste oder Raumforderung gesucht.
Q6.In welchen Fällen ist eine Operation nötig?▼
Kommt es innerhalb einer bestimmten Zeit zu keiner Besserung, schreitet die Schädigung fort, liegt eine den Nerv bedrängende Zyste bzw. Raumforderung vor oder ist der Nerv vollständig durchtrennt, kommt eine Operation in Betracht. Zu den Optionen zählen die Nervenfreilegung, die Nervennaht oder -transplantation und bei bleibenden Zuständen eine Sehnentransposition (Umleitung eines anderen Muskels, um den Fuß anzuheben). Das Verfahren wird nach Art und Dauer der Schädigung ausgewählt.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:563-565.
  2. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:564.
  3. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1707.
  4. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011:2435-2436.
  5. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011:2436, 2513.

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Nervus peroneus (Fußheberschwäche) (ICD-10: G57.3) | Dr. Özgür Akşan