Hirnabszess

Eine ernste Infektion, die durch eine von einer Kapsel umschlossene Eiteransammlung im Hirngewebe entsteht.

H11 Themenleitfaden

Chirurgische Infektionen

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Zunehmender, starker Kopfschmerz
Fieber (das nicht immer sehr hoch sein muss)
Bereichsspezifische Symptome wie Schwäche auf einer Körperseite, Sprechstörung oder Sehstörung
Krampfanfall
Bewusstseinsveränderungen: Schläfrigkeit, geistige Benommenheit, Verwirrtheit
Übelkeit und Erbrechen, Nackensteifigkeit

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Langfristige intravenöse Antibiotikagabe: Eine auf die verantwortlichen Keime gerichtete, meist mit mehreren gemeinsam gegebenen Medikamenten durchgeführte und über Wochen andauernde Behandlung.
Geschlossene Entleerung des Eiters (stereotaktische Aspiration): Unter Bildführung wird der Abszess mit einer feinen Nadel entleert; die entnommene Probe wird untersucht.
Operative Entfernung: Bei Abszessen mit verdickter Kapsel, wiederkehrenden Abszessen oder solchen in geeigneter Lage kann eine operative Entfernung des Abszesses erwogen werden.
Management der Quelle und der unterstützenden Behandlung: Die Quelle wie eine Nasennebenhöhlenentzündung, Ohr- oder Zahninfektion wird behandelt; bei Bedarf werden Medikamente gegen Krampfanfälle und Hirnödem gegeben.

Häufig gestellte Fragen zu Hirnabszess

Q1.Warum entsteht ein Hirnabszess?
Ein Hirnabszess entsteht, wenn Keime das Hirngewebe erreichen und Eiter bilden. Der häufigste Weg ist die Ausbreitung von Entzündungen in benachbarten Bereichen (Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, Zahninfektion); außerdem können Keime über den Blutweg aus einem entfernten Infektionsherd (etwa Lunge oder Herz) verschleppt werden oder ein Abszess nach einer Kopfverletzung/Operation entstehen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist das Risiko höher; deshalb ist die Suche nach der Quelle Teil der Behandlung.
Q2.Ist ein Hirnabszess lebensbedrohlich?
Unbehandelt ja; der wachsende Abszess drückt auf das Gehirn, kann in seiner Umgebung zu einem Ödem und einem Anstieg des Hirndrucks führen und ernste Folgen haben. Heute heilen jedoch dank früher Diagnose (mit MRT), geeigneter Antibiotika und operativer Entleerung viele Patienten. Wenn Beschwerden auftreten, ist eine unverzügliche Abklärung der Schlüssel zu einem guten Ergebnis.
Q3.Wie lange dauert die Behandlung und was geschieht danach?
Die Antibiotikabehandlung dauert in der Regel lange (meist 6–8 Wochen intravenös), da es Zeit braucht, bis das Medikament den Abszessbereich ausreichend erreicht und die Infektion vollständig beseitigt ist. Während und nach der Behandlung wird mit Bildgebung überwacht, ob sich der Abszess verkleinert. Bleibt nach der Heilung eine Beschwerde bestehen (etwa Schwäche), wird eine Rehabilitation geplant; bei Patienten mit Krampfanfällen kann eine medikamentöse Behandlung eine Zeit lang fortgeführt werden.
Q4.Muss ein Abszess unbedingt operativ entleert werden?
Meist ja, aber nicht immer. Ist der Abszess groß genug, um Druck auszuüben, oder wird eine Probe zur Diagnose benötigt, wird eine geschlossene Entleerung mit einer Nadel (stereotaktische Aspiration) oder eine operative Entfernung durchgeführt. Die Untersuchung des entleerten Eiters hilft auch, das richtige Antibiotikum auszuwählen. In sehr frühem Stadium und bei kleinen Abszessen kann dagegen eine alleinige engmaschige Beobachtung mit Antibiotika erwogen werden.
Q5.Schließt fehlendes Fieber einen Hirnabszess aus?
Nein. Bei einem Hirnabszess muss das Fieber nicht immer hoch sein, bei manchen Patienten kann es sogar ganz fehlen; das beständigste Symptom ist meist ein zunehmender Kopfschmerz. Diesen können bereichsspezifische Symptome (Schwäche, Sprechstörung), Krampfanfälle oder Bewusstseinsveränderungen begleiten. Deshalb hebt fehlendes Fieber den Verdacht nicht auf; das Gesamtbild wird als Ganzes beurteilt.
Q6.Kehrt ein Hirnabszess wieder?
Wird die Infektionsquelle (etwa eine unbehandelte Nasennebenhöhlenentzündung oder Zahninfektion) nicht beseitigt oder besteht ein das Immunsystem schwächender Zustand fort, kann ein Rückfallrisiko bestehen. Deshalb wird bei der Behandlung nicht nur der Abszess, sondern auch die zugrunde liegende Quelle behandelt. Die Nachsorge und das Management der Quelle nach der Behandlung sind wichtige Bestandteile, um einen Rückfall zu verhindern.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Tunkel AR, Scheld WM. Brain Abscess. In: Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  3. Surgical Management of Infection of the Central Nervous System, Skull, and Spine. In: Principles of Neurological Surgery. 4th ed. Philadelphia: Elsevier; 2018.

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Hirnabszess (ICD-10: G06.0) | Dr. Özgür Akşan