Pott-Krankheit (Wirbelsäulentuberkulose)

Eine langsam fortschreitende Infektion, die durch den Befall der Wirbelknochen mit dem Tuberkulose-Erreger entsteht und unbehandelt zu einer Wirbelsäulendeformität und Lähmung führen kann.

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Chirurgische Infektionen

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Anhaltende und zunehmende Rücken- oder Kreuzschmerzen (können auch nachts fortbestehen)
Verkrümmung des Rückens nach vorn, Verformung der Wirbelsäule (Gibbus)
Allgemeine Tuberkulose-Anzeichen wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, leichtes Fieber
Schwäche in den Beinen, Taubheitsgefühl; bei fortgeschrittenem Zustand Gehstörung
Störung der Blasen- und Darmkontrolle (wenn der Nervendruck fortschreitet)
Schwellung rund um die Wirbelsäule oder in der Leiste (kalter Abszess)

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Langfristige medikamentöse Tuberkulose-Therapie: Die regelmäßige gemeinsame Einnahme mehrerer Medikamente über in der Regel 12–18 Monate ist die Grundlage der Behandlung.
Operative Druckentlastung (Dekompression): Auf die Nerven drückende Entzündung, abgestorbenes Gewebe oder eingebrochener Knochen werden entfernt.
Wirbelsäulenstabilisierung (Stabilisierung/Fusion): Bei schwerem Einbruch oder Deformität wird die Wirbelsäule mit Schrauben-Stab-Systemen und einem Transplantat gestützt.
Unterstützende Versorgung: Die Entleerung des Abszesses, Physiotherapie, Ernährungsunterstützung und regelmäßige Nachkontrollen ergänzen die Behandlung.

Häufig gestellte Fragen zu Pott-Krankheit (Wirbelsäulentuberkulose)

Q1.Ist die Pott-Krankheit ansteckend?
Die Pott-Krankheit ist eine in der Wirbelsäule angesiedelte Tuberkulose, und der Wirbelsäulenbefall selbst gilt nicht als unmittelbar ansteckend. Die Erkrankung geht jedoch meist von einer Lungentuberkulose aus; Personen mit einer aktiven Lungentuberkulose können den Erreger beim Husten in die Umgebung verbreiten. Deshalb wird bei der Abklärung auch der Lungenbefall untersucht und bei Bedarf werden Maßnahmen zum Ansteckungsschutz ergriffen.
Q2.Ist eine Operation zwingend erforderlich?
Nein. Viele Patientinnen und Patienten heilen allein mit einer langfristigen medikamentösen Tuberkulose-Therapie. Eine Operation kommt bei deutlichem Nervendruck, fortschreitender Schwäche, einem schweren, das Gleichgewicht der Wirbelsäule störenden Einbruch und einer Verkrümmung (Deformität) oder bei einem großen, nicht auf Medikamente ansprechenden Abszess in Betracht. Die Entscheidung wird getroffen, indem die Bildgebungsbefunde und der neurologische Zustand des Patienten gemeinsam beurteilt werden.
Q3.Warum dauert die Behandlung so lange?
Der Tuberkulose-Erreger vermehrt sich langsam und kann gegen Medikamente resistent werden; für seine vollständige Beseitigung und die Verhinderung eines Rückfalls müssen mehrere Medikamente über einen langen Zeitraum (in der Regel 12–18 Monate) gemeinsam eingenommen werden. Die regelmäßige Einnahme der Medikamente über die volle Dauer ist entscheidend für die Genesung; ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung kann zur Entwicklung von Resistenzen und zum erneuten Auftreten der Erkrankung führen.
Q4.Was ist ein kalter Abszess?
Bei der Pott-Krankheit wird eine Entzündungsansammlung rund um die Wirbelsäule, die ohne die klassischen Entzündungszeichen wie Wärme und Rötung auftritt, als „kalter Abszess“ bezeichnet. Dieser Abszess kann sich entlang der Gewebeschichten ausbreiten und als Schwellung in der Leiste oder am Rücken in Erscheinung treten. Bei großen oder auf einen Nerv drückenden Abszessen kann eine Entleerung erforderlich sein; kleine können sich unter der medikamentösen Behandlung zurückbilden.
Q5.Bildet sich die Verkrümmung (Gibbus) zurück?
Wenn die Erkrankung mit der Behandlung gestoppt wird, bessern sich Schmerzen und Allgemeinzustand; die durch den Einbruch der Wirbel entstandene Verkrümmung (Gibbus) bleibt jedoch meist bestehen. Eine frühe Diagnose und Behandlung ermöglicht es, den Einbruch zu stoppen, bevor er fortschreitet, und so eine schwere Deformität zu verhindern. Bei fortgeschrittenen, das Gleichgewicht störenden Deformitäten kann eine operative Korrektur und Stabilisierung erforderlich sein.
Q6.Warum werden die Beschwerden spät bemerkt?
Die Pott-Krankheit schreitet langsam voran, und ihre frühen Anzeichen (anhaltende Rücken-/Kreuzschmerzen, Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Gewichtsverlust) können als gewöhnlich abgetan und übersehen werden. Aufgrund dieses schleichenden Verlaufs wird die Diagnose oft verzögert gestellt. Insbesondere bei Personen mit lange anhaltenden, auch nachts fortbestehenden Rückenschmerzen und allgemeinen Tuberkulose-Anzeichen sollte an diese Erkrankung gedacht und sie abgeklärt werden.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  3. Steinmetz MP, Benzel EC, eds. Benzel's Spine Surgery. 5th ed. Elsevier; 2022.

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