Subdurales Empyem

Eine schnell fortschreitende, notfallmäßig zu behandelnde Infektion, bei der sich Eiter im Raum zwischen den Hirnhäuten ansammelt.

H11 Themenleitfaden

Chirurgische Infektionen

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Hohes Fieber und Schüttelfrost
Starke, zunehmende Kopfschmerzen
Schwäche in einer Körperhälfte oder Sprachstörung
Krampfanfall
Nackensteifigkeit; Bewusstseinstrübung, Schläfrigkeit, Verwirrtheit
Anzeichen einer Sinusitis: Nasenausfluss, Gesichtsschmerzen, Schwellung im Stirnbereich

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Notfallmäßige operative Entleerung: Der angesammelte Eiter wird über ein im Schädel angelegtes Fenster (Kraniotomie) oder, wenn geeignet, über ein kleineres Bohrloch durch Spülung drainiert.
Langfristige intravenöse Antibiotikatherapie: Eine gegen die verantwortlichen Erreger gerichtete Behandlung, die in der Regel 4–6 Wochen dauert.
Behandlung der Infektionsquelle: Quellen wie eine Sinusitis oder eine Mittelohrentzündung werden gesondert behandelt.
Unterstützende Behandlung: Kontrolle der Krampfanfälle, Management des Hirnödems und engmaschige Überwachung des Allgemeinzustands.

Häufig gestellte Fragen zu Subdurales Empyem

Q1.Warum ist das subdurale Empyem ein solcher Notfall?
Da sich der Eiter in einem weiten und barrierefreien Raum zwischen den Hirnhäuten ansammelt, kann sich die Infektion innerhalb von Stunden bis Tagen rasch ausbreiten; sie drückt auf das Gehirn und kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Krampfanfällen und Venenthrombosen führen. Aufgrund dieses raschen Verlaufs ist es lebenswichtig, dass Diagnose und Behandlung ohne Verzögerung erfolgen. Deshalb gilt sie als neurochirurgischer Notfall.
Q2.Sind subdurales Empyem und Hirnabszess dasselbe?
Nein, sie sind unterschiedlich. Ein Hirnabszess ist eine von einer Kapsel umgebene Eiteransammlung innerhalb des Hirngewebes und wächst begrenzter. Das subdurale Empyem hingegen ist eine Eiteransammlung im offenen Raum zwischen den Hirnhäuten und breitet sich, da es keine Begrenzung gibt, viel schneller aus. Deshalb erfordert das subdurale Empyem in der Regel ein dringenderes und rascheres Eingreifen. Beide können auch gemeinsam auftreten.
Q3.Kommt es nach der Behandlung zu einer vollständigen Heilung?
Dank einer frühen Diagnose und einer raschen operativen Entleerung in Verbindung mit einer langfristigen Antibiotikatherapie erholen sich viele Patientinnen und Patienten. Da es sich jedoch um eine schwere und rasch fortschreitende Infektion handelt, können bei Verzögerung bleibende Probleme wie eine Anfallsneigung oder Nervenschäden zurückbleiben. Deshalb ist es die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Ergebnis, sich beim Auftreten von Beschwerden ohne Zeitverlust vorzustellen.
Q4.Was ist die häufigste Ursache?
Die häufigste Ursache des subduralen Empyems ist eine Sinusitis; die Entzündung breitet sich von den benachbarten Nasennebenhöhlen aus und erreicht den Raum zwischen den Hirnhäuten. Auch eine Mittelohrentzündung, eine Meningitis, Schädeltraumen und Operationen können die Ursache sein. Deshalb wird während der Behandlung auch die Infektionsquelle (zum Beispiel eine Sinusitis) unbedingt abgeklärt und gesondert behandelt; andernfalls kann die Infektion erneut auftreten.
Q5.Bei welchen Beschwerden sollte ich in die Notaufnahme?
Starke und zunehmende Kopfschmerzen zusammen mit hohem Fieber, eine Schwäche in einer Körperhälfte, eine Sprachstörung, ein Krampfanfall, Nackensteifigkeit oder Bewusstseinstrübung erfordern eine notfallmäßige Abklärung. Insbesondere wenn diese Beschwerden bei einer Person auftreten, die kürzlich eine Sinusitis oder eine Ohrentzündung durchgemacht hat, sollte ohne Zeitverlust ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Q6.Reicht ein Antibiotikum allein nicht aus?
Meist nicht. Da der angesammelte Eiter eine Ansammlung bildet, die das Antibiotikum nicht ausreichend erreicht, und auf das Gehirn drückt, ist die Grundlage der Behandlung die operative Entleerung des Eiters; begleitet wird sie von einer langfristigen (in der Regel 4–6 Wochen) intravenösen Antibiotikatherapie. Abgesehen von sehr frühen und kleinen, ausgewählten Fällen ist eine operative Entleerung in der Regel erforderlich.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  3. Sekhar LN, Fessler RG, eds. Atlas of Neurosurgical Techniques: Brain. 2nd ed. Thieme; 2015.

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Subdurales Empyem (ICD-10: G06.0) | Dr. Özgür Akşan