Mitochondriale Erkrankungen

Eine Gruppe erblicher Erkrankungen, bei denen die Energiegewinnung der Zellen gestört ist und die viele Organe – vor allem das Nervensystem – betreffen kann.

H17 Themenleitfaden

Metabolische und degenerative ZNS-Erkrankungen

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Schlaganfallähnliche Episoden: plötzlicher Verlust von Sprache, Sehvermögen oder Bewegung (bei bestimmten Formen)
Krampfanfälle und Verkrampfungen
Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, unsicherer Gang
Muskelschwäche, rasche Erschöpfung, verminderte Belastbarkeit bei körperlicher Anstrengung
Sehverlust, herabhängendes Augenlid; Hörverlust
Herzrhythmusstörungen, Diabetes und andere Organbeschwerden

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Unterstützende Nahrungsergänzungsmittel (Coenzym Q10, L-Carnitin, bestimmte B-Vitamine)
Auswahl geeigneter Medikamente zur Anfallsbehandlung (Vermeidung potenziell schädlicher Wirkstoffe wie Valproat)
Verlaufskontrolle und Unterstützung der betroffenen Organe wie Herz, Augen und Gehör (z. B. Herzschrittmacher)
Physiotherapie, ausgewogene Ernährung und genetische Beratung für Familien

Häufig gestellte Fragen zu Mitochondriale Erkrankungen

Q1.Wie werden mitochondriale Erkrankungen vererbt?
Die Vererbung dieser Erkrankungen ist komplex. Ein Teil beruht auf Veränderungen der mitochondrialen DNA, die ausschließlich von der Mutter weitergegeben wird (mütterliche Vererbung). Ein anderer Teil wird über Gene im Zellkern nach den klassischen Erbgängen von Mutter und Vater weitergegeben. Deshalb ist eine genetische Beratung für die Familienplanung und die Risikoabschätzung wichtig.
Q2.Gibt es eine Behandlung für diese Erkrankungen?
Eine ursächlich heilende Therapie gibt es bislang nicht; die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern, die Organe zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern. Unterstützende Mittel wie Coenzym Q10, L-Carnitin und bestimmte B-Vitamine können eingesetzt werden, ihre Wirkung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Probleme wie Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen sowie Seh- und Hörverlust werden jeweils gesondert behandelt. Die Forschung dauert an.
Q3.Darf ich Sport treiben?
In der Regel ja; auf ärztlichen Rat abgestimmte, individuell angepasste und nicht übertriebene regelmäßige Bewegung kann helfen, Muskelkraft und Ausdauer zu erhalten. Überlastung sollte jedoch vermieden werden, da die Muskeln bei diesen Patientinnen und Patienten rasch ermüden. Wichtig ist, das Bewegungsprogramm unter fachkundiger Anleitung und passend zum individuellen Zustand zu planen.
Q4.Welches Epilepsiemedikament sollte gemieden werden?
Bei Menschen mit einer mitochondrialen Erkrankung wird das Epilepsiemedikament Valproat in der Regel gemieden, da es schwere Leberprobleme verursachen kann. Für Krampfanfälle werden bei diesen Patientinnen und Patienten andere, geeignete Medikamente bevorzugt. Wegen dieser wichtigen Besonderheit ist es von entscheidender Bedeutung, die Diagnose einer mitochondrialen Erkrankung mit denjenigen zu teilen, die die Anfallsbehandlung steuern.
Q5.Warum ist die Diagnose oft schwierig?
Die Beschwerden sind von Mensch zu Mensch, selbst innerhalb einer Familie, sehr unterschiedlich und können mehrere Organe gleichzeitig betreffen; das kann zu Verwechslungen mit anderen Erkrankungen führen. Die Diagnose wird in der Regel durch die gemeinsame Bewertung von klinischen Befunden, Laktat in Blut und Liquor, MRT des Gehirns, bei Bedarf einer Muskelbiopsie und genetischen Tests gestellt. Dieser vielschichtige Prozess kann Zeit in Anspruch nehmen.
Q6.Schreitet die Erkrankung fort?
Die meisten mitochondrialen Erkrankungen können mit der Zeit fortschreiten, doch Tempo und Schwere sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich; bei manchen bleibt das Bild über lange Zeit stabil. Organschützende Therapien, eine regelmäßige Verlaufskontrolle und das Vermeiden von Auslösern (etwa längeres Fasten oder schwere Infektionen) können den Verlauf positiv beeinflussen.

Kaynaklar

  1. Osborn AG, Hedlund GL, Salzman KL. Osborn's Brain: Imaging, Pathology, and Anatomy. 2nd ed. Elsevier; 2018:1002.
  2. Osborn AG, Hedlund GL, Salzman KL. Inherited metabolic disorders (MELAS). In: Osborn's Brain: Imaging, Pathology, and Anatomy. 2nd ed. Elsevier; 2018.
  3. Semptomdan Teşhise. Cilt I: Metabolizma Hastalıkları.

Bu içerik akademik kaynaklara dayanılarak hazırlanmış bilgilendirme amaçlıdır; tanı ve tedavi kararları için hekiminize başvurunuz.

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