Spinaler Epiduralabszess

Eine schwerwiegende Infektion, die durch eine Eiteransammlung im äußeren Bereich des Wirbelkanals (Epiduralraum) entsteht und eine rasche Diagnose und Behandlung erfordert.

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Chirurgische Infektionen

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Starke und zunehmende Rücken- oder Kreuzschmerzen (häufigstes und frühestes Anzeichen)
Fieber und Schüttelfrost
Schwäche in Armen oder Beinen, Gefühlsverlust
Störung der Blasen- und Darmkontrolle (Blasen-Darm-Probleme)
In die Beine ausstrahlende Schmerzen oder Taubheitsgefühl
Bei fortgeschrittenem Zustand Gehstörung und Lähmung

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Notfallmäßige operative Dekompression und Entleerung: Der auf das Rückenmark drückende Eiter wird operativ entleert und der Druck beseitigt.
Langfristige intravenöse Antibiotikatherapie: Eine gegen die verantwortlichen Erreger gerichtete Behandlung, die mehrere Wochen dauert.
Antibiotikatherapie mit engmaschiger Überwachung bei ausgewählten Patienten: Bei geeigneten Patienten ohne Nervenbeschwerden kann unter engmaschiger Beobachtung der Beschwerdeentwicklung eine Behandlung ohne Operation erwogen werden.
Behandlung der Quelle und Beurteilung der Wirbelsäulenstabilität: Die Infektionsquelle wird behandelt; bei Knochenbeteiligung der Wirbelsäule wird die Stabilität aus orthopädischer Sicht beurteilt.

Häufig gestellte Fragen zu Spinaler Epiduralabszess

Q1.Warum gilt der spinale Epiduralabszess als Notfall?
Weil der im Epiduralraum angesammelte Eiter rasch auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln drücken und einen von Schwäche bis zur Lähmung fortschreitenden, möglicherweise bleibenden Nervenschaden verursachen kann. Nach Beginn der Nervenbeschwerden kann jede vergehende Stunde das Ergebnis beeinflussen. Deshalb müssen Diagnose und Behandlung (bei Bedarf operativ) ohne Verzögerung erfolgen; ein frühes Eingreifen ist der Schlüssel zur Verhinderung bleibender Schäden.
Q2.Wer hat ein höheres Risiko für diese Infektion?
Diabetes, immunschwächende Zustände, intravenöser Substanzkonsum, eine kürzlich durchgemachte Blutstrominfektion, Eingriffe/Operationen an der Wirbelsäule und eine chronische Nierenerkrankung erhöhen das Risiko. Eine Infektion an anderer Stelle des Körpers kann über den Blutweg zur Wirbelsäule getragen werden. In diesen Risikogruppen sollte das gemeinsame Auftreten von Rückenschmerzen und Fieber sorgfältiger beurteilt werden.
Q3.Wie verläuft die Genesung nach der Behandlung?
Die Genesung hängt davon ab, wie früh die Behandlung begonnen wurde und wie stark die Nerven betroffen sind. Bei Patientinnen und Patienten, die vor der Entwicklung eines Nervenschadens behandelt werden, sind die Ergebnisse in der Regel gut. Wenn sich jedoch bereits fortgeschrittene Beschwerden wie eine Lähmung eingestellt haben, kann die Genesung begrenzt bleiben. Nach der Behandlung wird für verbleibende Beschwerden eine Rehabilitation geplant, und es erfolgt eine Nachkontrolle, um sicherzustellen, dass die Infektion nicht erneut auftritt.
Q4.Treten die drei klassischen Anzeichen bei jedem Patienten auf?
Nein. Die klassische Trias aus Rückenschmerzen, Fieber und Nervenbeschwerden tritt nur bei einem kleinen Teil der Patienten gemeinsam auf; das häufigste und früheste Anzeichen ist in der Regel der Rückenschmerz. Auf diese Trias zu warten, verzögert die Diagnose. Deshalb sollte bei einer Risikoperson mit starken Rückenschmerzen und Fieber eine Bildgebung erwogen werden, auch wenn keine Nervenbeschwerden vorliegen.
Q5.Ist bei jedem Patienten eine Operation zwingend erforderlich?
Nein. Liegen Nervenbeschwerden (Schwäche, Gefühlsverlust, Blasenproblem) vor, ist eine Operation zur Beseitigung des Drucks in der Regel erforderlich und dringlich. Bei geeignet ausgewählten Patienten, die noch keine deutlichen Nervenbeschwerden haben, kann hingegen unter engmaschiger Überwachung eine alleinige Antibiotikatherapie versucht werden. Diese Patienten werden jedoch hinsichtlich der Entwicklung von Beschwerden sehr sorgfältig überwacht; bei Verschlechterung wird zur Operation übergegangen.
Q6.Warum ist eine Bildgebung der gesamten Wirbelsäule erforderlich?
Der spinale Epiduralabszess kann sich über mehrere Ebenen erstrecken, und manchmal findet sich in nicht benachbarten, übersprungenen Bereichen ein zweiter Herd. Wird nur der schmerzhafte Bereich abgebildet, kann dieser entfernte zweite Herd übersehen werden. Deshalb wird in der Diagnostik eine MRT empfohlen, die die gesamte Wirbelsäule erfasst; so werden alle Befallsbereiche bestimmt und die Behandlung entsprechend geplant.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Primary Infections of the Spine — Spinal Epidural Abscess. In: Steinmetz MP, Benzel EC, eds. Benzel's Spine Surgery. 5th ed. Elsevier; 2022.
  3. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.

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Spinaler Epiduralabszess (ICD-10: G06.1) | Dr. Özgür Akşan