Rückenmarkstimulation (SCS)

Ein Verfahren, das mit einer dünnen, nahe dem Rückenmark platzierten Elektrode versucht, nicht nachlassende chronische Schmerzsignale mit einem schwachen elektrischen Strom zu unterdrücken.

H19 Themenleitfaden

Interventionelle Schmerztherapie

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Patientinnen und Patienten mit anhaltenden Rücken- und Beinschmerzen trotz einer Rücken-/Wirbelsäulenoperation
Menschen mit chronischen, nervenbedingten (neuropathischen) Schmerzen, die mit Medikamenten und Physiotherapie nicht ausreichend gelindert werden
Menschen mit einem hartnäckigen regionalen Schmerzsyndrom, das mit Brennen und Schwellung in Arm oder Bein verläuft
Menschen mit gefäßbedingten Beinschmerzen, die operativ nicht korrigiert werden können
Patientinnen und Patienten, die in einer kurzen Probephase zuvor eine deutliche Schmerzminderung erfahren (Voraussetzung für das dauerhafte System)
Menschen ohne Hindernisse wie eine aktive Infektion, eine nicht kontrollierte psychische Erkrankung oder eine Gerinnungsstörung

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Probephase: Testen über einige Tage mit einer vorübergehenden Elektrode, ob eine Schmerzminderung eintritt
Dauerhaftes System: Einsetzen einer kleinen Batterieeinheit unter die Haut und individuelle Programmierung des Geräts
Individuelle Auswahl verschiedener Stimulationsarten für die Patientin oder den Patienten, einschließlich hochfrequenter Systeme ohne Kribbelgefühl
Regelmäßige Verlaufskontrolle nach der Anwendung, Aktualisierung der Geräteeinstellungen und Überwachung der Batterielaufzeit

Häufig gestellte Fragen zu Rückenmarkstimulation (SCS)

Q1.Beseitigt dieses Verfahren meinen Schmerz vollständig?
In der Regel nein. Ziel ist nicht, den Schmerz vollständig zu beseitigen, sondern ihn deutlich zu verringern (bei den meisten Patientinnen und Patienten etwa um die Hälfte) und so erträglicher zu machen sowie Beweglichkeit und Lebensqualität zu verbessern. Deshalb ist die Probephase vor dem Einsetzen des dauerhaften Systems wichtig; wird eine bedeutsame Schmerzminderung erreicht, wird auf das dauerhafte System übergegangen. Eine realistische Erwartung ist für den Erfolg der Behandlung wichtig.
Q2.Ist das Gerät im Körper spürbar, tritt ein Kribbeln auf?
Da die Batterieeinheit unter die Haut eingesetzt wird, fällt sie von außen nicht deutlich auf. Bei manchen klassischen Systemen ist im Schmerzbereich ein leichtes Kribbeln spürbar (dies ist ein Zeichen dafür, dass das System arbeitet). Bei manchen neueren Systemen wird die Schmerzkontrolle ohne dieses Kribbeln erreicht. Welche Art von System geeignet ist, richtet sich nach den Eigenschaften des Schmerzes und den Vorlieben der Patientin oder des Patienten.
Q3.Wie lange hält die Batterie, muss sie gewechselt werden?
Die Lebensdauer der Batterie hängt vom verwendeten Modell und den Stimulationseinstellungen ab. Bei nicht aufladbaren Batterien ist nach einer bestimmten Zeit ein Wechsel mit einem kleinen Eingriff nötig; bei aufladbaren Modellen ist ein Wechsel weitaus seltener erforderlich, jedoch muss regelmäßig aufgeladen werden. Der Batteriezustand wird bei den Kontrollen überwacht und rechtzeitig geplant gehandhabt.
Q4.Warum ist die Probephase wichtig?
Da das dauerhafte System teuer und ein chirurgischer Eingriff ist, wird zunächst eine mehrtägige Probephase durchgeführt: Mit einer vorübergehenden Elektrode wird getestet, ob tatsächlich eine deutliche Schmerzminderung eintritt. Zeigt sich in der Probephase ein ausreichender Nutzen, wird auf das dauerhafte System übergegangen; andernfalls wird ein unnötiger dauerhafter Eingriff vermieden. Dieser Schritt zeigt im Voraus, ob das Verfahren für die jeweilige Patientin oder den Patienten geeignet ist.
Q5.Für wen ist dieses Verfahren nicht geeignet?
Menschen mit einer aktiven Infektion, einer nicht kontrollierten schweren psychischen Erkrankung oder einer Gerinnungsstörung sind in der Regel nicht geeignet. Liegt an der Wirbelsäule zudem ein klares strukturelles Problem vor, das operativ korrigiert werden muss, wird zunächst dessen Behandlung erwogen. Die Eignung wird durch die gemeinsame Entscheidung von Schmerzspezialistin bzw. Schmerzspezialist, Neurochirurgie und bei Bedarf einer psychischen Beurteilung bestimmt.
Q6.Worauf muss ich nach der Operation achten?
Besonders in den ersten Wochen sollten schweres Heben, starkes Bücken, Drehen und plötzliche, kräftige Bewegungen vermieden werden, damit sich die eingesetzte Elektrode nicht verschiebt. Das Einhalten der von der Ärztin oder dem Arzt empfohlenen Aktivitätseinschränkungen ist wichtig, damit sich das System in der richtigen Position festsetzt. Das Gerät wird später individuell programmiert, und seine Einstellungen können bei Bedarf erneut angepasst werden.

Kaynaklar

  1. Stricsek G, Falowski SM. Advances in Spinal Modulation. In: Functional Neurosurgery and Neuromodulation. Elsevier; 2019:49.
  2. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1884-1885.
  3. Stanton-Hicks M. Spinal Cord Stimulation. In: Treatment of Chronic Pain by Interventional Approaches. New York: Springer; 2015:403, 472.

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