GH-Adenom (Akromegalie)

Eine allmähliche Vergrößerung von Händen, Füßen und Gesichtszügen infolge einer übermäßigen Ausschüttung von Wachstumshormon durch die Hypophyse.

H02 Themenleitfaden

Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Vergrößerung von Händen und Füßen; der Ring wird enger, die Schuhgröße nimmt zu
Vergröberung der Gesichtszüge: Vortreten des Unterkiefers, Vergrößerung von Nase und Lippen
Übermäßiges Schwitzen und fettige Haut
Gelenkschmerzen, Taubheit im Handgelenk (Karpaltunnelsyndrom)
Schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf, ausgeprägte Tagesmüdigkeit
Anhaltende Kopfschmerzen; bei wachsendem Tumor verschwommenes Sehen oder Einengung des seitlichen Gesichtsfeldes

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Entfernung des Tumors mit einer minimalinvasiven (endoskopischen) Operation durch die Nase (erste Stufe)
Das Wachstumshormon unterdrückende Spritzentherapien (Somatostatin-Analoga)
Die Wirkung des Hormons blockierende medikamentöse Therapie (Pegvisomant), bei Bedarf zusammen mit der Spritzentherapie
Wenn die anderen Optionen nicht ausreichen, eine Strahlenbehandlung (Strahlentherapie)

Häufig gestellte Fragen zu GH-Adenom (Akromegalie)

Q1.Was passiert, wenn die Akromegalie nicht behandelt wird?
Die Akromegalie verändert nicht nur das Aussehen; unbehandelt kann sie zu schwerwiegenden Zuständen wie einer Vergrößerung und Schwäche des Herzens, hohem Blutdruck, Zuckerkrankheit, Schlafapnoe und Gelenkproblemen führen und die Lebenserwartung verkürzen. Deshalb sind eine frühe Diagnose und die Kontrolle des Wachstumshormonspiegels wichtig, um sowohl diese Komplikationen zu verhindern als auch die Lebensqualität zu erhalten.
Q2.Ist unbedingt eine Operation erforderlich?
Der erste Schritt der Behandlung bei der Akromegalie ist in der Regel die Operation; der Tumor wird mit einem minimalinvasiven (endoskopischen) Verfahren durch die Nase entfernt. Wenn die Operation jedoch nicht geeignet oder allein nicht ausreichend ist, werden das Wachstumshormon unterdrückende Spritzen oder Medikamente zum Einnehmen eingesetzt; manchmal werden Medikament und Operation kombiniert. Wenn dies nicht ausreicht, kann eine Strahlenbehandlung infrage kommen.
Q3.Bilden sich die Veränderungen an Händen und Gesicht nach der Operation zurück?
Die Schwellung der Weichteile (zum Beispiel die Vergrößerung von Händen und Füßen, ein Teil der Vergröberung der Gesichtszüge) bildet sich nach der Normalisierung des Hormons teilweise zurück. Die Veränderungen am Knochengerüst sind jedoch meist dauerhaft. Deshalb ist eine frühe Diagnose wichtig: Je früher behandelt wird, desto begrenzter bleiben die dauerhaften Veränderungen. Das eigentliche Ziel ist es, Organschäden zu verhindern.
Q4.Warum wird die Akromegalie spät bemerkt?
Da sich die Veränderungen sehr langsam über Jahre entwickeln, fällt der Unterschied der Person und ihrem Umfeld nur schwer auf; die meisten Patienten merken erst nachträglich, dass ihre Ring- oder Schuhgröße größer geworden ist oder dass sich beim Vergleich mit alten Fotos die Gesichtszüge verändert haben. Deshalb wird die Diagnose oft verzögert gestellt. Beschwerden wie übermäßiges Schwitzen, Gelenkschmerzen und Schlafapnoe können ein Hinweis sein.
Q5.Wie wird die Diagnose gestellt?
In der Diagnostik sind Blutuntersuchungen entscheidend: Ein erhöhter Wert des vom Wachstumshormon angeregten Stoffes IGF-1 ist der erste Hinweis; die Diagnose wird gesichert, indem gezeigt wird, dass das Wachstumshormon nach einer zuckerhaltigen Lösung nicht unterdrückt wird. Anschließend wird der Tumor mit einer Hypophysen-MRT dargestellt. Zudem werden möglicherweise betroffene Bereiche wie Herz, Zucker, Schlaf und Darm (Darmspiegelung) beurteilt.
Q6.Ist nach der Behandlung eine Nachsorge erforderlich?
Ja. Nach der Behandlung werden die Spiegel von Wachstumshormon und IGF-1 regelmäßig gemessen, um zu überwachen, ob die Erkrankung unter Kontrolle ist; bei Bedarf wird die Behandlung ergänzt oder umgestellt. Zudem werden die übrigen Hormone der Hypophyse, das Herz, der Blutdruck und der Zucker überwacht. Diese langfristige Überwachung ist notwendig, um sowohl ein Rezidiv zu erkennen als auch Komplikationen zu verhindern.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Melmed S, ed. The Pituitary. 4th ed. London: Academic Press/Elsevier; 2017.
  3. Honegger J, Reincke M, Petersenn S, eds. Pituitary Tumors: A Comprehensive and Interdisciplinary Approach. London: Academic Press/Elsevier; 2021.
  4. Katznelson L, Laws ER Jr, Melmed S, et al. Acromegaly: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2014:3933-3951.

Bu içerik akademik kaynaklara dayanılarak hazırlanmış bilgilendirme amaçlıdır; tanı ve tedavi kararları için hekiminize başvurunuz.

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GH-Adenom (Akromegalie) (ICD-10: D35.2) | Dr. Özgür Akşan