Parkinson-Krankheit (Tiefe Hirnstimulation – DBS)

Fortschreitende Bewegungsstörung – Symptomkontrolle mit DBS möglich

1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Ruhetremor (Zittern in Ruhe, besonders an den Händen mit 4–6 Hz)
Rigor (Muskelsteifigkeit, Zahnradphänomen – Cogwheel-Rigidität)
Bradykinese (Verlangsamung der Bewegungen, verminderte Mimik – Hypomimie)
Posturale Instabilität (Gleichgewichtsverlust, erhöhtes Sturzrisiko)
Gangstörungen (schlurfender Gang, Freezing-Episoden)
Mikrographie (Verkleinerung und Verschlechterung der Handschrift)
Hypophonie (Abschwächung der Stimme, monotone Sprache)
Verminderter Gesichtsausdruck (Maskengesicht)
Nicht-motorische Symptome (Depression, Angst, Schlafstörungen)
Autonome Dysfunktion (Verstopfung, orthostatische Hypotonie, Blasenprobleme)

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Tiefe Hirnstimulation (DBS) – Zielstruktur STN oder GPi
Levodopa + Carbidopa-Therapie (L-DOPA)
Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol)
MAO-B-Hemmer (Selegilin, Rasagilin)
Physiotherapie und Rehabilitation (Gang-, Gleichgewichtstraining)
Logopädie (LSVT – Lee Silverman Voice Treatment)
Amantadin (Behandlung von Dyskinesien)
COMT-Hemmer (Entacapon – Levodopa-Verstärker)

Häufig gestellte Fragen zu Parkinson-Krankheit (Tiefe Hirnstimulation – DBS)

Q1.Ist die Parkinson-Krankheit heilbar, kann die DBS Parkinson heilen?
Die Parkinson-Krankheit ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung, für die es bislang keine vollständige Heilung gibt. Die Symptome lassen sich jedoch wirksam kontrollieren. Levodopa und Dopaminagonisten verbessern die motorischen Symptome im Frühstadium um 60–80 %. Die DBS (tiefe Hirnstimulation) heilt Parkinson nicht, korrigiert aber motorische Fluktuationen, verringert Dyskinesien und steigert die Lebensqualität erheblich, indem sie die Medikamentendosis um 30–50 % senkt. Nach der DBS können Patienten ihre täglichen Aktivitäten selbstständiger ausführen, und die „Off"-Phasen nehmen ab. Die DBS hält das Fortschreiten der Erkrankung nicht auf; langfristig können die Symptome langsam zunehmen, die Kontrolle wird jedoch durch Anpassungen der DBS aufrechterhalten. Ein multidisziplinärer Ansatz (Neurologie, Neurochirurgie, Physiotherapie, Logopädie) gewährleistet ein optimales Management.
Q2.Wie wird die DBS-Operation durchgeführt, im Wachzustand oder unter Narkose?
Die DBS-Operation besteht aus zwei Schritten: 1) Einbringen der Elektroden und 2) Einsetzen des Generators (Batterie). Beim klassischen Verfahren erfolgt das Einbringen der Elektroden mit einem stereotaktischen Rahmen unter Lokalanästhesie + Sedierung (der Patient ist wach). Im Austausch mit dem Patienten wird der optimale Zielpunkt (STN oder GPi) bestimmt; die Verringerung von Zittern und Steifigkeit wird getestet. Die Operation dauert 3–5 Stunden. Beim modernen Verfahren kann sie mithilfe von intraoperativer MRT oder O-arm-Navigation unter Vollnarkose durchgeführt werden (der Patient schläft); bei diesem Verfahren ist die anatomische Zielführung präziser und der Patientenkomfort höher. 7–10 Tage nach dem Einbringen der Elektroden wird in einer zweiten Operation die Batterie (Neurostimulator) unter der Haut unterhalb der Brust eingesetzt; diese Operation dauert unter Vollnarkose 1–2 Stunden. Innerhalb von 2–4 Wochen nach der Operation beginnt die DBS-Programmierung, und die optimalen Parameter (Spannung, Frequenz, Impulsbreite) werden eingestellt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 2–3 Tage.
Q3.Kann ich nach der DBS-Operation meine Parkinson-Medikamente absetzen?
Nein, nach der DBS werden die Parkinson-Medikamente nicht vollständig abgesetzt, die Dosis wird jedoch erheblich verringert (30–50 % Reduktion). Ziel der DBS ist es, motorische Fluktuationen zu korrigieren, „Off"-Phasen zu verringern und Dyskinesien unter Kontrolle zu bringen. In den ersten 3–6 Monaten nach der Operation werden die Medikamentendosen schrittweise angepasst, während die DBS-Programmierung optimiert wird. Bei manchen Patienten können Dopaminagonisten vollständig abgesetzt werden, Levodopa wird jedoch in der Regel in niedriger Dosis fortgeführt. Die Reduktion der Medikamente hängt davon ab, dass motorische Symptome wie Zittern, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung durch die DBS kontrolliert werden. Da Parkinson langfristig eine fortschreitende Erkrankung ist, können sowohl die DBS-Einstellungen als auch die Medikamentendosen im Laufe der Zeit erhöht werden. Die Kombination aus DBS + niedrig dosierten Medikamenten bietet die beste Lebensqualität.
Q4.Welche Parkinson-Patienten kommen für eine DBS-Operation infrage?
Kriterien für die DBS-Eignung: 1) Patienten, die gut auf Levodopa ansprechen (mindestens 30 % Verbesserung der motorischen Werte im Levodopa-Challenge-Test), 2) motorische Fluktuationen (Wearing-off, On-off-Phänomen) oder schwere Dyskinesien, 3) Krankheitsdauer von mindestens 4–5 Jahren, 4) keine schwere kognitive Beeinträchtigung (MoCA > 24, keine Demenz), 5) keine schwere psychiatrische Erkrankung (unkontrollierte Depression, Psychose, Impulsivität), 6) Alter typischerweise unter 70 Jahren (bei geeigneten Patienten jedoch bis 75 Jahre möglich), 7) realistische Erwartungen und Bereitschaft zur postoperativen Nachsorge. Atypischer Parkinsonismus (MSA, PSP, CBD) spricht nicht auf DBS an und ist eine Kontraindikation. Bei tremordominantem Parkinson kann die VIM-DBS (Zielstruktur Thalamus) bevorzugt werden. Jeder Patient wird durch eine umfassende multidisziplinäre Beurteilung (Neurologie, Neurochirurgie, Neuropsychiatrie) individuell bewertet.
Q5.Welche Risiken hat die DBS-Operation?
Die DBS-Operation ist im Allgemeinen ein sicheres Verfahren, birgt jedoch wie jeder chirurgische Eingriff Risiken. Schwere Komplikationen (2–4 %): intrakranielle Blutung (beim Einbringen der Elektroden), Infektion (1–2 %), Krampfanfall (1 %). Leichte Komplikationen: vorübergehende Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Wundinfektion. Geräteassoziierte Probleme: Elektrodendislokation, Kabelbruch, Batterieerschöpfung (nach 3–15 Jahren, erneuerbar). Stimulationsbedingte Nebenwirkungen (durch Programmierung korrigierbar): Sprechstörung (Dysarthrie), Gleichgewichtsprobleme, Parästhesie (Kribbeln), Muskelkontraktionen. Psychiatrische Nebenwirkungen: Impulsivität, Manie, Depression (besonders bei STN-DBS). Langzeitrisiken: Notwendigkeit einer Geräterevision (10–20 %), Batteriewechseloperationen. Durch moderne Techniken (Mikroelektrodenableitung, intraoperative Bildgebung) werden die Komplikationsraten minimiert. In erfahrenen Zentren mit hohem Fallaufkommen ist die Sicherheit der DBS sehr hoch, und das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist günstig.
Q6.Wie lange hält die DBS-Batterie und muss sie aufgeladen werden?
Die Lebensdauer des DBS-Neurostimulators (Batterie) hängt von der Nutzungsintensität, den Stimulationsparametern (Spannung, Impulsbreite, Frequenz) und dem Batterietyp ab. Primäre (nicht wiederaufladbare) Batterien halten in der Regel 3–5 Jahre. Wiederaufladbare Batterien können 9–15 Jahre oder länger verwendet werden, der Patient muss sie jedoch 1–2 Mal pro Woche etwa 1 Stunde aufladen. Ist die Batterie erschöpft, wird in einem kleinen Eingriff lediglich der Generator unterhalb der Brust ausgetauscht; die Elektroden im Gehirn werden nicht berührt. Die Operation dauert unter Lokalanästhesie 30–60 Minuten, die Entlassung erfolgt am selben oder am folgenden Tag. Wiederaufladbare Batterien sind langfristig wirtschaftlicher und erfordern weniger Revisionsoperationen, setzen jedoch die Mitwirkung des Patienten voraus (regelmäßiges Aufladen). Bei modernen Batterien kann der Ladezustand per Telemetrie aus der Ferne überwacht werden. Patienten treffen die Wahl des Batterietyps in Absprache mit dem Neurochirurgen nach individuellen Präferenzen.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Functional Neurosurgery and Neuromodulation. Elsevier; 2019.
  3. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.

Bu içerik akademik kaynaklara dayanılarak hazırlanmış bilgilendirme amaçlıdır; tanı ve tedavi kararları için hekiminize başvurunuz.

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