Prolaktinom

Der häufigste gutartige Hypophysentumor, der in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) an der Unterseite des Gehirns übermäßig das Milchhormon (Prolaktin) ausschüttet.

H02 Themenleitfaden

Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Bei Frauen Zyklusstörungen oder ein vollständiges Ausbleiben der Regelblutung
Milchaustritt aus der Brust, obwohl keine Schwangerschaft vorliegt
Schwierigkeiten, schwanger zu werden (Unfruchtbarkeit)
Nachlassendes sexuelles Verlangen; bei Männern Erektionsstörungen
Anhaltende Kopfschmerzen
Bei wachsendem Tumor verschwommenes Sehen oder Einengung des seitlichen Gesichtsfeldes

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Senkung des Milchhormons und Verkleinerung des Tumors mit Dopaminagonisten zum Einnehmen (z. B. Cabergolin) (erste Stufe)
Bei fehlendem Ansprechen oder Unverträglichkeit der Medikamente eine minimalinvasive (endoskopische) Operation durch die Nase
Bei medikamentenresistenten, aktiven Tumoren nach ärztlicher Entscheidung eine medikamentöse Behandlung (Chemotherapie)
Wenn die anderen Optionen nicht ausreichen, eine Strahlenbehandlung (Strahlentherapie)

Häufig gestellte Fragen zu Prolaktinom

Q1.Ist das Prolaktinom gefährlich?
Das Prolaktinom ist ein gutartiger (nicht krebsartiger) Tumor und lässt sich meist erfolgreich medikamentös kontrollieren. Die eigentlichen Probleme sind die durch den erhöhten Milchhormonspiegel bedingten Beschwerden (Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit, nachlassendes sexuelles Verlangen) und bei großen Tumoren das Risiko eines Drucks auf den Sehnerv. Mit früher Diagnose und Behandlung lassen sich die meisten dieser Probleme verhindern oder rückgängig machen.
Q2.Kann ich mit einem Prolaktinom schwanger werden?
Ja. Die Behandlung bringt das Milchhormon wieder in den Normalbereich und ermöglicht so die Rückkehr des Eisprungs und eines regelmäßigen Zyklus; dadurch können viele Frauen schwanger werden. Die Schwangerschaftsplanung und die Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft werden je nach Größe des Tumors gesondert gemeinsam mit dem Arzt geplant. Deshalb sollte ein Kinderwunsch bereits zu Beginn der Behandlung angesprochen werden.
Q3.Muss ich unbedingt operiert werden?
Meist nein. Das Prolaktinom ist einer der seltenen Hypophysentumoren, bei denen nicht die Operation, sondern Medikamente zum Einnehmen die erste Stufe sind; das Medikament senkt das Milchhormon und verkleinert den Tumor. Eine Operation kommt in der Regel nur dann infrage, wenn kein Ansprechen auf die Medikamente erreicht wird, die Medikamente nicht vertragen werden oder Notfälle wie ein plötzlicher Sehverlust auftreten.
Q4.Wie lange muss ich das Medikament einnehmen?
Die Behandlung dauert in der Regel mindestens einige Jahre, und in dieser Zeit werden regelmäßige Blutuntersuchungen und MRT-Kontrollen durchgeführt. Bleibt das Milchhormon lange normal und ist der Tumor deutlich kleiner geworden, kann unter ärztlicher Kontrolle eine Reduktion oder ein Absetzen des Medikaments versucht werden. Da es nach dem Absetzen zu einem erneuten Anstieg kommen kann, wird die Nachsorge fortgeführt.
Q5.Ist Milchaustritt aus der Brust immer ein Prolaktinom?
Nein. Ein erhöhter Milchhormonspiegel hat auch andere Ursachen wie eine Schwangerschaft, bestimmte Medikamente (zum Beispiel manche Magen- und Psychopharmaka) oder eine Unterfunktion der Schilddrüse. Deshalb werden in der Diagnostik zunächst diese Ursachen ausgeschlossen; ein echtes Prolaktinom wird durch die gemeinsame Beurteilung von Blutuntersuchung und Hypophysen-MRT bestimmt.
Q6.Wie äußert es sich bei Männern?
Bei Männern wird das Prolaktinom oft später bemerkt; es verursacht Beschwerden wie nachlassendes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen, Abgeschlagenheit und manchmal eine Vergrößerung der Brust. Da der Tumor unbemerkt wachsen kann, ist er bei Männern zum Zeitpunkt der Diagnose oft größer, und es können Sehbeschwerden hinzukommen. Diese Beschwerden sollten abgeklärt werden.

Kaynaklar

  1. Melmed S, ed. The Pituitary. 4th ed. London: Academic Press/Elsevier; 2017.
  2. Honegger J, Reincke M, Petersenn S, eds. Pituitary Tumors: A Comprehensive and Interdisciplinary Approach. London: Academic Press/Elsevier; 2021.
  3. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  4. Melmed S, Casanueva FF, Hoffman AR, et al. Diagnosis and treatment of hyperprolactinemia: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2011:273-288.

Bu içerik akademik kaynaklara dayanılarak hazırlanmış bilgilendirme amaçlıdır; tanı ve tedavi kararları için hekiminize başvurunuz.

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Prolaktinom (ICD-10: D35.2) | Dr. Özgür Akşan