Solitärer fibröser Tumor (SFT)

Ein seltener Tumor, der von den Hirnhäuten ausgeht; da er selbst bei niedrigem Grad erneut auftreten kann, ist eine langfristige Nachsorge erforderlich.

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Neuroonkologie: Hirntumoren

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Anhaltende, allmählich zunehmende und meist an derselben Stelle empfundene Kopfschmerzen
Krampfanfälle (epilepsieartige Verkrampfungen)
Je nach Lage des Tumors Schwäche oder Gefühlsverlust in Arm oder Bein
Verschwommenes Sehen oder Einengung des Gesichtsfeldes
Persönlichkeitsveränderungen, verlangsamtes Denken und Wahrnehmen
Bei großen Tumoren Übelkeit und Erbrechen infolge des erhöhten Hirndrucks; selten ein bei Hunger absinkender Blutzucker (Schwitzen, Herzklopfen, Zittern)

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Operation: möglichst vollständige Entfernung des Tumors und der anhaftenden Hirnhaut
Begrenzung der Blutung durch Verschluss der versorgenden Gefäße vor der Operation (Embolisation)
Strahlenbehandlung, wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann (Strahlentherapie oder Radiochirurgie ohne Schnitt)
In fortgeschrittenen/wiederkehrenden Fällen nach ärztlicher Entscheidung zielgerichtete medikamentöse Therapien

Häufig gestellte Fragen zu Solitärer fibröser Tumor (SFT)

Q1.Ist der SFT gutartig oder bösartig?
Die meisten SFT sind gutartig und langsam wachsend. Sie können jedoch in unterschiedlichen Graden vorliegen, und selbst niedriggradige (eher gutartige) können noch nach Jahren oder sogar Jahrzehnten die Neigung zeigen, erneut aufzutreten (Rezidiv) und in entfernte Regionen zu streuen (Metastasen). Deshalb bedeutet „gutartig“ nicht, dass er völlig risikofrei ist; gerade darum ist eine langfristige Nachsorge wichtig.
Q2.Warum erfordert eine SFT-Operation im Hinblick auf Blutungen besondere Vorsicht?
Das auffälligste Merkmal des SFT ist sein hoher Gefäßreichtum; er wird von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen. Daher besteht während der Operation ein hohes Blutungsrisiko, was eine sorgfältige Planung erfordert. Bei stark durchbluteten Tumoren kann ein Verschluss der versorgenden Gefäße vor der Operation (Embolisation) helfen, die Blutung zu begrenzen und den Tumor sicherer zu entfernen.
Q3.Muss ich nach der Operation zur Nachsorge kommen?
Ja, unbedingt. Da der SFT selbst spät noch erneut auftreten und in entfernte Regionen streuen kann, ist nach der Operation eine langfristige und regelmäßige MRT-Nachsorge unerlässlich. Die Nachsorge ermöglicht es, ein mögliches Rezidiv oder eine Streuung frühzeitig zu erkennen; ein früh erkanntes Problem lässt sich deutlich wirksamer behandeln. Die Nachsorgeabstände richten sich nach dem Grad des Tumors.
Q4.Wie wird der SFT vom Meningeom unterschieden?
In der Bildgebung ähnelt der SFT den Hirnhauttumoren (Meningeomen) sehr; daher ist eine Unterscheidung allein über die Bildgebung nicht immer möglich. Die endgültige Abgrenzung erfolgt durch die Untersuchung des bei der Operation entnommenen Gewebes unter dem Mikroskop und mit speziellen Färbungen (Immunfärbung). Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich das Rezidiv- und Streuungsverhalten des SFT vom Meningeom unterscheidet und die Nachsorgestrategie beeinflusst.
Q5.Was wird unternommen, wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann?
Wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann oder von einem aktiveren (höhergradigen) Typ ist, kann eine Strahlenbehandlung (Strahlentherapie oder Radiochirurgie ohne Schnitt) ergänzt werden, um den verbliebenen Tumor unter Kontrolle zu halten. In fortgeschrittenen und wiederkehrenden Fällen können zielgerichtete Medikamente zum Einnehmen infrage kommen. Die Behandlung wird je nach Grad und Ausbreitung des Tumors individuell geplant.
Q6.Wodurch entstehen die Beschwerden?
Der SFT kann lange stumm bleiben; Beschwerden treten meist auf, wenn der Tumor wächst und auf das umliegende Hirngewebe oder benachbarte Strukturen drückt. Je nach Lage können Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Schwäche in Arm oder Bein oder Sehstörungen auftreten. Bei großen Tumoren kann es durch den erhöhten Hirndruck zu Übelkeit und Erbrechen kommen; selten kann der Tumor den Blutzucker senken und dadurch Beschwerden wie Schwitzen und Herzklopfen verursachen.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Osborn AG, Hedlund GL, Salzman KL. Osborn's Brain: Imaging, Pathology, and Anatomy. 2nd ed. Elsevier; 2018.
  3. Rezaei N, ed. Human Brain and Spinal Cord Tumors: From Bench to Bedside. Volume 2 — Meningioma and Other Meningeal Tumors / Solitary Fibrous Tumor. Springer; 2023.
  4. Lee JH, ed.

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Solitärer fibröser Tumor (SFT) (ICD-10: D32) | Dr. Özgür Akşan