Zerebrales Ödem (Hirnödem)

Die Schwellung des Gehirns infolge einer krankhaften Flüssigkeitsansammlung im Hirngewebe und der damit verbundene Anstieg des Hirndrucks.

H13 Themenleitfaden

Hirnödem und erhöhter Hirndruck

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Starke, morgens zunehmende und nicht auf Schmerzmittel ansprechende Kopfschmerzen
Übelkeit und schwallartiges Erbrechen
Schläfrigkeit, Bewusstseinstrübung, bei fortgeschrittenem Zustand Bewusstseinsverlust
Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen
Krampfanfall
Bei Säuglingen Vorwölbung der Fontanelle, Unruhe, Trinkschwäche

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Medikamente, die das Wasser im Gehirn abziehen (Mannitol oder hochkonzentrierte Kochsalzlösung)
Bei bestimmten Zuständen (Tumor, Abszess) kortisonartig wirkende Medikamente
Hochlagerung des Kopfes, Fieber- und Zuckerkontrolle, Atemunterstützung und Sedierung
Bei therapieresistenten Zuständen dekompressive Operation, Flüssigkeitsableitung oder Entfernung der Raumforderung

Häufig gestellte Fragen zu Zerebrales Ödem (Hirnödem)

Q1.Warum entsteht ein Hirnödem?
Das Hirnödem ist keine einzelne Erkrankung, sondern die gemeinsame Folge vieler Zustände. Ein Schädeltrauma, ein Verschluss der Hirngefäße (Schlaganfall), eine Hirnblutung, ein Tumor, eine Meningitis, Sauerstoffmangel und bestimmte Stoffwechselstörungen können zu einer Flüssigkeitsansammlung im Hirngewebe führen. Die zugrunde liegende Ursache bestimmt sowohl die Behandlung als auch den Verlauf; deshalb ist es wichtig, die Ursache zu finden.
Q2.Wird Mannitol oder Kochsalzlösung eingesetzt?
Beide sind Behandlungen, die durch das Ziehen des überschüssigen Wassers im Gehirn in die Gefäße den Druck senken; welche eingesetzt wird, richtet sich nach dem Zustand des Patienten, dem Blutdruck und dem Nieren- und Elektrolytgleichgewicht. In manchen Fällen wird die eine bevorzugt, bei manchen Patientinnen und Patienten können sie abwechselnd eingesetzt werden. Diese Auswahl erfolgt unter engmaschiger Überwachung auf der Intensivstation.
Q3.Wird Kortison bei jedem Hirnödem eingesetzt?
Nein. Kortisonartig wirkende Medikamente sind insbesondere bei dem Ödem rund um Tumoren und Abszesse nützlich; bei einem Schlaganfall (ischämischer Insult) und einem durch ein Schädeltrauma bedingten Ödem sind sie jedoch nicht geeignet und werden nicht empfohlen. Deshalb erfolgt die Medikamentenauswahl nach der Ursache des Ödems. Im falschen Fall Kortison zu geben, kann statt zu nützen, schaden.
Q4.Bei welchen Beschwerden sollte ich in die Notaufnahme?
Starke und zunehmende Kopfschmerzen, schwallartiges Erbrechen, Schläfrigkeit oder Bewusstseinstrübung, Doppeltsehen und ein Krampfanfall sind notfallmäßige Anzeichen dafür, dass der Hirndruck angestiegen ist. Bei Säuglingen sind eine Vorwölbung der Fontanelle und eine Trinkschwäche wichtig. In diesen Fällen sollte ohne Zeitverlust ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Q5.Wann ist eine dekompressive Operation erforderlich?
Wenn der Hirndruck trotz medikamentöser und intensivmedizinischer Maßnahmen nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, kann eine dekompressive Operation in Betracht kommen, die einen Teil des Schädels vorübergehend öffnet; dies ermöglicht es dem Gehirn, für die Schwellung Platz zu finden, und lässt den Druck sinken. Zudem kann bei einer Blutung oder Raumforderung deren Entleerung erforderlich sein. Die Entscheidung wird nach dem Zustand des Patienten getroffen.
Q6.Hinterlässt ein Hirnödem bleibende Schäden?
Dies hängt von der Ursache und Schwere des Ödems und davon ab, wie früh mit der Behandlung begonnen wurde. Mit einer frühen und geeigneten Behandlung erholen sich viele Patientinnen und Patienten; ein schweres und lang anhaltendes Ödem kann jedoch bleibende Auswirkungen hinterlassen. Deshalb gilt das Hirnödem als Notfall, und ein rasches Eingreifen ist die Grundlage für ein besseres Ergebnis.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Physiology of the Cerebrospinal Fluid and Intracranial Pressure (molecular events in cerebral edema; management of raised ICP). In: Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  3. Osborn AG, Hedlund GL, Salzman KL. Osborn's Brain: Imaging, Pathology, and Anatomy. 2nd ed. Elsevier; 2018.

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Zerebrales Ödem (Hirnödem) (ICD-10: G93.6) | Dr. Özgür Akşan