Arachnoidalzysten

Ein gutartiger, mit Flüssigkeit gefüllter Sack, der sich zwischen den Hirnhäuten bildet; meist verursacht er keine Beschwerden.

H06 Themenleitfaden

Pädiatrische Neurochirurgie

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Kopfschmerzen (bedingt durch den erhöhten Hirndruck infolge des Drucks der Zyste auf die Umgebung)
Krampfanfälle (können besonders bei Zysten im Schläfenbereich auftreten)
Ungewöhnlich rasches Wachstum des Kopfes bei Säuglingen und Vorwölbung der Fontanelle
Leichte Asymmetrie der Kopfform (Vorwölbung auf einer Seite)
Übelkeit, Erbrechen sowie Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen (bei Zysten in der hinteren Schädelgrube)
Sehstörungen oder Kraftverlust in Arm oder Bein (bei großen Zysten)

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Schaffen eines Fensters in die Zystenwand mittels minimalinvasiver (endoskopischer) Methode
Breite Eröffnung der Zystenwand mittels offener Mikrochirurgie
Einlegen eines Shunts, der Flüssigkeit von der Zyste in die Bauchhöhle ableitet
Regelmäßige Nachsorge mittels MRT bei beschwerdefreien Zysten

Häufig gestellte Fragen zu Arachnoidalzysten

Q1.Ist eine Arachnoidalzyste gefährlich, ist unbedingt eine Operation erforderlich?
Der Großteil der Arachnoidalzysten verursacht keinerlei Beschwerden und wird ein Leben lang ohne Probleme lediglich mit Nachsorge beobachtet. Die Behandlungsentscheidung hängt nicht von der Größe der Zyste ab, sondern davon, ob sie Beschwerden verursacht und ob sie Druck auf das Gehirn ausübt. Wenn Beschwerden wie Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder bei Säuglingen ein rasches Wachstum des Kopfes auftreten, kommt eine Operation infrage. Wenn keine Beschwerden vorliegen, wird keine unnötige Operation empfohlen; es sollte eine individuelle Beurteilung durch eine erfahrene Neurochirurgin bzw. einen erfahrenen Neurochirurgen erfolgen.
Q2.Was ist der Unterschied zwischen der minimalinvasiven (endoskopischen) Operation und der offenen Operation?
Bei der minimalinvasiven Methode wird ein kleines Loch in den Schädel gebohrt und mithilfe einer Kamera ein Fenster in die Zystenwand geschaffen; die Narbe ist kleiner, der Krankenhausaufenthalt ist kurz und die Genesung verläuft in der Regel rasch. Bei der offenen Operation wird hingegen ein Knochenfenster angehoben und die Zystenwand breiter eröffnet; sie wird bei manchen Zystenlagen oder in Fällen bevorzugt, in denen die minimalinvasive Methode nicht ausreicht. Welche Methode angewandt wird, wird durch die Lage und Größe der Zyste sowie die Beurteilung der Chirurgin bzw. des Chirurgen festgelegt.
Q3.Wächst die Zyste nach der Operation wieder?
Durch ein Verschließen des geschaffenen Fensters mit der Zeit oder eine unzureichende Entleerung kann sich die Zyste bei einem Teil der Patientinnen und Patienten erneut bilden; in diesem Fall können eine erneute Beurteilung und bei Bedarf ein zusätzlicher Eingriff infrage kommen. Nach der Operation werden der Zustand der Zyste und die Wiederausdehnung des Gehirns mit in bestimmten Abständen angefertigten Kontroll-MRTs beobachtet. Bei den meisten Patientinnen und Patienten verkleinert sich die Zyste dauerhaft und die Beschwerden gehen zurück. Besonders bei Kindern ist eine langfristige Nachsorge wichtig.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:260-263.
  2. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011:1912-1917.
  3. Di Rocco C, Pang D, Rutka JT, eds. Textbook of Pediatric Neurosurgery. Springer; 2020:816-822.

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Arachnoidalzysten (ICD-10: G93.0) | Dr. Özgür Akşan