AVM (Arteriovenöse Malformation)

AVM (Arteriovenöse Malformation) (Zerebrale Gefäßmalformation)

H05 Themenleitfaden

Vaskuläre und endovaskuläre Neurochirurgie

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Plötzlich auftretende Beschwerden infolge einer Hirnblutung
Krampfanfälle (epilepsieartige Zuckungen)
Wiederkehrende Kopfschmerzen
Anzeichen wie Schwäche in einem Körperbereich oder Sprachstörungen
Bei manchen Menschen ohne jegliche Beschwerden zufällige Entdeckung bei einer aus anderem Grund durchgeführten Bildgebung
Schlaganfallähnliche Anzeichen oder selten ein pulssynchrones Rauschen im Kopf/Ohr

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Häufig gestellte Fragen zu AVM (Arteriovenöse Malformation)

Q1.Blutet eine AVM immer?
Nein. Nicht jede AVM blutet; das jährliche Blutungsrisiko hängt von den Eigenschaften der Läsion ab (Lage, tiefer venöser Abfluss, begleitendes Aneurysma). Manche AVM bleiben ein Leben lang stumm, ohne je Beschwerden zu verursachen, andere machen sich durch eine Blutung oder Krampfanfälle bemerkbar. Deshalb wird die Behandlungsentscheidung durch einen sorgfältigen Vergleich zwischen dem Blutungsrisiko und dem Behandlungsrisiko getroffen.
Q2.Ändert sich die Behandlung bei Krampfanfällen?
Krampfanfälle gehören zu den häufigen Anzeichen einer AVM und werden meist mit anfallshemmenden Medikamenten unter Kontrolle gebracht. Das Vorliegen von Krampfanfällen kann die Beurteilung der AVM und die Behandlungsentscheidung beeinflussen; die Behandlungsmethode (Operation, Embolisation, Radiochirurgie) wird jedoch weiterhin nach den Eigenschaften der Läsion gewählt. Die medikamentöse Anfallskontrolle und die AVM-Behandlung werden gemeinsam geplant.
Q3.Ist eine vollständige Behandlung in einer Sitzung möglich?
Das hängt von der Methode ab. Bei günstig gelegenen AVM niedrigen Grades kann die Mikrochirurgie eine vollständige Entfernung in einer Sitzung ermöglichen. Die Wirkung der Radiochirurgie setzt hingegen mit der Zeit ein, meist innerhalb von 1–3 Jahren, und der Verschluss der Läsion braucht Zeit. Die Embolisation wird meist nicht allein, sondern unterstützend zur Operation oder Radiochirurgie eingesetzt. Bei manchen Patientinnen und Patienten ist eine stufenweise, mehrstufige Behandlung erforderlich.
Q4.Ist eine AVM erblich?
Zerebrale AVM sind meist angeborene, aber nicht erbliche Gefäßfehlbildungen; sie treten in der Regel nicht familiär gehäuft auf. Dennoch können einige seltene genetische Erkrankungen (zum Beispiel erbliche Gefäßerkrankungen) mit mehreren Gefäßanomalien einhergehen. Bei familiärer Vorgeschichte oder mehreren Läsionen kann die Ärztin oder der Arzt eine zusätzliche Abklärung empfehlen.
Q5.Was bedeutet der Spetzler-Martin-Grad?
Dies ist eine Einstufung (1–5), die anhand der Größe der AVM, der Frage, ob sie in einem funktionell kritischen Hirnbereich liegt, und der Frage, ob ihr Blut über tiefe Venen abfließt, vergeben wird. Bei AVM niedrigen Grades ist das operative Risiko in der Regel geringer; bei hohen Graden ist die Behandlung riskanter und der Ansatz wird vorsichtiger gewählt. Dieses System hilft, die Behandlungsentscheidung zu standardisieren.
Q6.Sollte eine beschwerdefreie AVM behandelt werden?
Das ist eine umstrittene und individuelle Entscheidung. Bei einer beschwerdefreien (nicht rupturierten) AVM wird das mit der Behandlung verbundene Risiko sorgfältig gegen das jährliche Blutungsrisiko der Läsion abgewogen. Faktoren wie junges Alter oder eine gut erreichbare Läsion können für eine Behandlung sprechen, während ein hohes Behandlungsrisiko eher für eine Beobachtung spricht. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit einem erfahrenen Team getroffen werden.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
  2. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  3. Spetzler RF, Kalani MYS, Nakaji P, eds. Neurovascular Surgery. 2nd ed. New York: Thieme; 2015.
  4. Rangel-Castilla L, Nakaji P, Siddiqui AH, Spetzler RF, Levy EI, eds. Decision Making in Neurovascular Disease. New York: Thieme; 2018.
  5. Mohr JP, Parides MK, Stapf C, et al. Medical management with or without interventional therapy for unruptured brain arteriovenous malformations (ARUBA): a multicentre, non-blinded, randomised trial. Lancet. 2014:614-621.

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AVM (Arteriovenöse Malformation) (ICD-10: Q28.2) | Dr. Özgür Akşan