Hirnherniation (Einklemmung des Gehirns)

Bei stark erhöhtem Hirndruck verschiebt sich Hirngewebe aus seinem Kompartiment und drückt auf lebenswichtige Zentren.

H13 Themenleitfaden

Hirnödem und erhöhter Hirndruck

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Eine Pupille ist größer als die andere und reagiert nicht auf Licht
Rasch zunehmende Bewusstlosigkeit, nicht erweckbar
Schwäche oder Lähmung einer Körperhälfte
Unregelmäßige Atmung, verlangsamter Puls und ansteigender Blutdruck (spätes und ernstes Zeichen)
Abnorme Streck- oder Beugehaltungen von Armen und Beinen
Bei Kleinhirneinklemmung Nackenschmerzen und -steifigkeit sowie Gefahr eines Atemstillstands

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Sicherung des Atemwegs und bei Bedarf Atemunterstützung
Medikamente zur raschen Senkung des Hirndrucks (hochkonzentrierte Kochsalzlösung oder Mannitol)
Notfallmäßige operative Entlastung einer Raumforderung wie Blutung oder Tumor
Dekompressive Operation mit Eröffnung eines Teils des Schädels bei ausgedehntem Ödem

Häufig gestellte Fragen zu Hirnherniation (Einklemmung des Gehirns)

Q1.Was ist das erste Anzeichen einer Hirnherniation?
Häufige Frühzeichen sind eine im Vergleich zur anderen größere Pupille, die nicht auf Licht reagiert, sowie eine rasch fortschreitende Bewusstseinstrübung. Begleitend kann eine Schwäche einer Körperhälfte auftreten. Diese Befunde zeigen, dass der Hirndruck gefährlich ansteigt, und erfordern innerhalb von Minuten ein sofortiges Eingreifen.
Q2.Warum kann eine Lumbalpunktion (Punktion an der Lende) gefährlich sein?
Bei einem Patienten mit stark erhöhtem Hirndruck und raumforderndem Effekt kann die Entnahme von Flüssigkeit an der Lende das Druckgleichgewicht stören und ein weiteres Absinken des Gehirns nach unten (Herniation) auslösen. Deshalb wird bei solchen Patienten vor einer Punktion eine CT durchgeführt; besteht ein Risiko, wird die Punktion nicht vorgenommen. Diese Vorsichtsmaßnahme ist von lebenswichtiger Bedeutung.
Q3.Welche Symptome erfordern sofortiges Eingreifen?
Rasch zunehmende Bewusstlosigkeit, Pupillenungleichheit, unregelmäßige Atmung, verlangsamter Puls mit ansteigendem Blutdruck und abnorme Streck- oder Beugehaltungen sind dringliche und ernste Zeichen. Dieses Bild ist ein Notfall, bei dem jede Minute zählt; das rasche Erreichen des Krankenhauses ohne Zeitverlust und eine schnelle Behandlung sind von großer Bedeutung.
Q4.Warum entsteht eine Hirnherniation?
Der Schädel ist wie eine geschlossene Box mit festem Volumen; jeder Zustand, der den Druck im Inneren erhöht (Blutung, Tumor, Schlaganfall, Wasseransammlung, Meningitis, schweres Hirnödem), kann Hirngewebe von einem Kompartiment in ein anderes drücken. Diese Verschiebung ist gefährlich, weil sie auf Zentren drückt, die lebenswichtige Funktionen steuern. Die Behandlung zielt sowohl auf die Senkung des Drucks als auch auf die zugrunde liegende Ursache ab.
Q5.Was wird in der Behandlung gemacht?
Zunächst wird der Atemweg gesichert und zur raschen Senkung des Hirndrucks werden Medikamente gegeben, die dem Gehirn Wasser entziehen (Mannitol oder hochkonzentrierte Kochsalzlösung); Hochlagerung des Kopfes und kontrollierte Beatmung können unterstützend wirken. Mit einer notfallmäßigen CT wird die Ursache gefunden; bei einer Blutung oder einem Tumor wird operativ entlastet, in therapieresistenten Fällen wird vorübergehend ein Teil des Schädels eröffnet (dekompressive Operation).
Q6.Ist nach einer Hirnherniation eine Erholung möglich?
Das Ergebnis hängt von der Ursache der Herniation, ihrem Fortschreiten und davon ab, wie früh die Behandlung begonnen wurde. Bei frühem und wirksamem Eingreifen kann bei manchen Patienten eine deutliche Besserung erreicht werden; bei fortgeschrittenen und verspätet behandelten Fällen ist das Risiko bleibender Schäden hoch. Deshalb gilt eine Herniation immer als Notfall, und Schnelligkeit rettet Leben.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:322-326.
  2. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1037-1040.
  3. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.

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Hirnherniation (Einklemmung des Gehirns) (ICD-10: G93.5) | Dr. Özgür Akşan