Bandscheibenprothese

Der Ersatz einer verschlissenen Bandscheibe durch eine künstliche Bandscheibe, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhält.

H03 Themenleitfaden

Wirbelsäulenchirurgie (degenerativ und Deformität)

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Im Halsbereich: anhaltende Nackenschmerzen, bei Bewegung zunehmende Steifheit
In den Arm ausstrahlende Schmerzen, Taubheitsgefühl und Kribbeln (Nervenkompression)
Schwäche in der Hand, Schwierigkeiten beim Greifen und bei Feinarbeiten
Im Lendenbereich: beim Sitzen und Vorbeugen zunehmende, in Ruhe nicht nachlassende chronische Rückenschmerzen
In das Bein ausstrahlende Schmerzen (Ischias)
Eingeschränkte Beweglichkeit im Lendenbereich

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Nicht-operative Behandlung: Physiotherapie, Kräftigungsübungen, schmerzstillende und muskelentspannende Medikamente (erster Schritt)
Einsatz einer künstlichen Bandscheibe im Halsbereich (bei ausgewählten, geeigneten Patienten)
Fusion (Versteifung der Wirbelsäulenhöhe) bei Patienten, die für eine künstliche Bandscheibe nicht geeignet sind
Einsatz einer künstlichen Bandscheibe im Lendenbereich bei geeignet ausgewählten Patienten

Häufig gestellte Fragen zu Bandscheibenprothese

Q1.Ist eine Bandscheibenprothese oder eine Fusion besser geeignet?
Es gibt Situationen, in denen beides geeignet ist; es gibt nicht das eine „beste“ Verfahren. Die Bandscheibenprothese soll die Beweglichkeit der Wirbelsäule auf der betroffenen Höhe erhalten, die Fusion soll die Höhe stabilisieren. Für eine künstliche Bandscheibe werden Voraussetzungen wie Alter, Verschleiß auf nur einer Höhe, intakte Wirbelgelenke und eine gute Knochenqualität verlangt. Bei Patienten, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, ist die Fusion sicherer und geeigneter. Die Entscheidung ist individuell.
Q2.Welche Patienten sind für eine künstliche Bandscheibe nicht geeignet?
Patienten mit ausgeprägter Verkalkung und Verschleiß der Wirbelgelenke, Wirbelgleiten/Instabilität, fortgeschrittenem Knochenschwund (Osteoporose), ausgedehnter Erkrankung auf mehreren Höhen, entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen und schweren Fehlstellungen sind in der Regel für eine künstliche Bandscheibe nicht geeignet. In diesen Fällen wird statt einer beweglichkeitserhaltenden Prothese eine Fusion bevorzugt. Die Eignung wird durch eine ausführliche Bildgebung bestimmt.
Q3.Wie lange dauert die Genesung nach der Operation?
Die Dauer hängt von der Person und dem behandelten Bereich ab. Bei der Bandscheibenprothese im Halsbereich stehen die meisten Patienten rasch wieder auf und kehren innerhalb weniger Wochen zu leichten Alltagstätigkeiten zurück. Für schwere Arbeiten und anspruchsvollen Sport ist eine gewisse Wartezeit nötig. Da die Beweglichkeit erhalten bleibt, können bei manchen Patienten die Nackenbewegungen freier sein. Die von der Ärztin bzw. dem Arzt empfohlenen Übungen unterstützen die Genesung.
Q4.Hält eine künstliche Bandscheibe ein Leben lang?
Künstliche Bandscheiben sind auf lange Haltbarkeit ausgelegt; bei den meisten Patienten funktionieren sie problemlos. Dennoch können – wie bei jedem künstlichen Teil – mit der Zeit Verschleiß oder selten auch eine Verlagerung auftreten, die mit Verlaufskontrollen überwacht werden. Deshalb sind eine geeignete Patientenauswahl und regelmäßige Kontrollen wichtig. In seltenen Fällen mit Komplikationen kann ein zusätzlicher Eingriff erforderlich sein.
Q5.Was ist die Anschlussdegeneration?
Wenn bei der Fusion eine Höhe unbeweglich wird, geht deren Belastung auf die benachbarten Bandscheiben über, und über die Jahre kann es auch zum Verschleiß der benachbarten Höhen (Anschlussdegeneration) kommen. Das Hauptziel der Bandscheibenprothese ist es, durch Erhalt der Beweglichkeit diese Belastung zu verringern und das Verschleißrisiko der benachbarten Höhen zu senken. Dies ist einer der Gründe, warum bei geeigneten Patienten die künstliche Bandscheibe bevorzugt wird.
Q6.Welche Behandlungen werden vor einer Operation versucht?
In der Regel werden zunächst nicht-operative Verfahren angewendet: Physiotherapie, Übungen zur Verbesserung der Haltung und zur Kräftigung der Lenden- und Bauchmuskulatur, schmerzstillende und muskelentspannende Medikamente. Bei einem erheblichen Teil der Patienten bilden sich die Beschwerden mit diesen Verfahren zurück. Bei ausgewählten Patienten, die nach mehrmonatiger Behandlung nicht ansprechen und die geeigneten Voraussetzungen erfüllen, kommt eine Bandscheibenprothese (oder eine Fusion) infrage.

Kaynaklar

  1. Steinmetz MP, Benzel EC, eds. Benzel's Spine Surgery. 5th ed. Elsevier; 2022:990-993.
  2. Steinmetz MP, Benzel EC, eds. Benzel's Spine Surgery. 5th ed. Elsevier; 2022:1089.
  3. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:1290.

Bu içerik akademik kaynaklara dayanılarak hazırlanmış bilgilendirme amaçlıdır; tanı ve tedavi kararları için hekiminize başvurunuz.

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