Chronisches Subduralhämatom (Blutansammlung unter der Hirnhaut)

Langsam entstehende Blutansammlung unter der Hirnhaut

H08 Themenleitfaden

Traumatische Hirnverletzungen

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Zunehmende Kopfschmerzen
Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen
Gangstörung und Gleichgewichtsstörung
Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen
Anhaltende Schläfrigkeit, Abgeschlagenheit
Schwäche in einer Körperhälfte

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Blutentleerung über ein kleines Bohrloch im Schädel (Bohrlochtrepanation)
Entleerung über ein mit einem feinen Bohrer angelegtes Loch
Drainagesystem zur Verhinderung einer erneuten Blutansammlung (Shunt)
Ausgedehnte offene Operation (in ausgewählten Fällen)

Häufig gestellte Fragen zu Chronisches Subduralhämatom (Blutansammlung unter der Hirnhaut)

Q1.Warum tritt das chronische Subduralhämatom häufiger bei älteren Menschen auf?
Mit zunehmendem Alter schrumpft das Gehirn etwas, und die Brückenvenen zwischen Gehirn und Schädel werden stärker gespannt; schon ein leichter Stoß kann diese Gefäße verletzen und zu einer langsamen Blutung führen. Da im höheren Alter zudem häufiger blutverdünnende Medikamente eingenommen werden, steigt das Risiko. Deshalb sollten bei älteren Menschen auch leichte Stöße ernst genommen werden.
Q2.Wann sollte ich mich notfallmäßig vorstellen?
Zunehmende Kopfschmerzen, Schwäche in einer Körperhälfte, Sprachstörungen, anhaltende Schläfrigkeit, Bewusstseinstrübung oder eine neu aufgetretene Gleichgewichts- oder Gangstörung erfordern eine notfallmäßige Beurteilung. Besonders wenn diese Beschwerden bei einer älteren Person mit einem – wenn auch leichten – Kopfstoß in den letzten Wochen auftreten, sollte ohne Zeitverlust ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Q3.Sammelt sich das Blut nach dem Entleerungseingriff erneut an?
Ja, die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs (erneuter Ansammlung) ist nicht zu vernachlässigen. Um dieses Risiko zu verringern, wird nach der Operation ein geschlossenes Drainagesystem verwendet; in wiederkehrenden oder geeigneten Fällen ist der Verschluss der die Hirnhaut versorgenden Arterie über das Gefäß (Embolisation der A. meningea media) eine aktuelle Option. Deshalb sind Nachkontrollen und Kontroll-Bildgebungen nach dem Eingriff wichtig.
Q4.Ist die Operation ein großer und riskanter Eingriff?
In den meisten Fällen handelt es sich um die Entleerung des angesammelten Bluts über ein kleines Bohrloch im Schädel (Bohrlochtrepanation), und der Eingriff verläuft meist mit gutem Ergebnis; die Beschwerden gehen danach oft rasch zurück. Wie jeder chirurgische Eingriff hat auch dieser eigene Risiken, doch der Nutzen der Behandlung überwiegt in dieser Situation in der Regel deutlich. Bei Patienten, die Blutverdünner einnehmen, wird der Plan entsprechend angepasst.
Q5.Ich nehme blutverdünnende Medikamente ein, was soll ich tun?
Blutverdünnende Medikamente können das Risiko und das Rezidiv eines chronischen Subduralhämatoms erhöhen. Diese Medikamente jedoch eigenmächtig abzusetzen kann (etwa aus Herz-/Gefäßgründen) ebenfalls nachteilig sein. Wird eine Blutung festgestellt, wird die Handhabung des Medikaments im Krankenhaus geplant, wobei die den Wirkstoff erfordernde Situation und das Blutungsrisiko gemeinsam abgewogen werden. Jede Änderung der Medikation sollte unbedingt mit dem Arzt erfolgen.
Q6.Ist immer eine Operation erforderlich?
Nein. Beschwerdefreie, kleine Ansammlungen ohne Druck auf das Gehirn können manchmal mit engmaschiger Verlaufskontrolle und Bildgebung beobachtet werden; ein Teil kann sich von selbst zurückbilden. Eine Operation kommt bei Ansammlungen infrage, die Beschwerden verursachen oder deutlich auf das Gehirn drücken. Die Entscheidung wird unter gemeinsamer Abwägung von Blutmenge, Beschwerden und Allgemeinzustand des Patienten getroffen.

Kaynaklar

  1. O'Neill B, Wilberger J, Wilberger A. Pathophysiology of Subdural Hematomas. In: Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  2. Medical and Surgical Management of Chronic Subdural Hematomas. In: Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.
  3. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.

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