Liquorfisteln

Liquorfisteln – ICD-10: G96.0

H02 Themenleitfaden

Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie

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1Überblick

Schnelle und verständliche Informationen für Patientinnen und Patienten

Was ist die Erkrankung?

Symptome

Klarer, wässriger Ausfluss aus einem Nasenloch
Wasserklarer Ausfluss aus dem Ohr
Beim Vorbeugen oder Pressen zunehmender Ausfluss
Kopfschmerzen und mit der Körperhaltung wechselnde Beschwerden
Kommen Fieber und Nackensteifigkeit hinzu, ist dies ein Notfallzeichen für eine Entzündung (Meningitis)
Ein salziger/metallischer Geschmack oder das Gefühl eines in den Rachen laufenden Tropfens (postnasal)

Diagnoseverfahren

Behandlungsverfahren

Häufig gestellte Fragen zu Liquorfisteln

Q1.Ist jeder klare Nasenausfluss ein Liquorleck?
Nein. Die häufigsten Ursachen für einen klaren Nasenausfluss sind Allergien und Schnupfen. Ein einseitiger, anhaltender und besonders nach einer Verletzung oder Operation beginnender klarer Ausfluss, der sich beim Vorbeugen verstärkt, sollte jedoch unbedingt abgeklärt werden. Ob der Ausfluss Liquor ist, wird mit einem speziellen Test namens Beta-2-Transferrin festgestellt.
Q2.Warum steigt das Meningitis-Risiko?
Da ein Liquorleck einen offenen Übergang zwischen der Außenwelt und den Hirnhäuten schafft, erhöht es das Risiko, dass Keime aus Nase oder Ohr auf diesem Weg vordringen und eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen. Besonders bei lange bestehenden Lecks ist dieses Risiko ausgeprägter; deshalb ist der Verschluss des Lecks wichtig.
Q3.Verschließt sich das Leck von selbst?
Ein erheblicher Teil der nach einer Verletzung entstandenen Lecks kann innerhalb der ersten Tage von selbst aufhören, durch Bettruhe und Vermeidung von Belastungen, die den Hirndruck erhöhen. Bei anhaltenden oder spontan (ohne Verletzung) auftretenden Lecks ist dagegen meist ein Verschluss erforderlich. Die Entscheidung richtet sich nach Dauer und Ursache des Lecks.
Q4.Wie wird der Verschluss durchgeführt?
Der Verschluss erfolgt meist mit einem endoskopischen Verfahren durch die Nase, indem die Öffnung mit geeignetem Gewebe verschlossen wird; in manchen Fällen kann eine offene Operation erforderlich sein. Bei Bedarf werden auch zusätzliche Maßnahmen zur Regulierung des Liquordrucks in den Plan aufgenommen. Ziel ist es, die Öffnung sicher zu verschließen und das Meningitis-Risiko zu beseitigen.
Q5.Tritt es nach der Operation erneut auf?
Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens ist nicht völlig null; mit einem korrekt durchgeführten Verschluss und einer regelmäßigen Nachsorge lässt sie sich jedoch deutlich verringern. Liegt dem Leck eine Ursache zugrunde (zum Beispiel ein erhöhter Liquordruck), senkt auch deren Behandlung das Risiko eines erneuten Auftretens.
Q6.Bei welchen Beschwerden sollte ich sofort einen Arzt aufsuchen?
Fieber, Nackensteifigkeit, sich verstärkende Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen oder Bewusstseinstrübung können ein Zeichen für eine Hirnhautentzündung (Meningitis) sein und erfordern eine sofortige Abklärung. Wenn diese Beschwerden bei einer Person mit einem Liquorleck auftreten, sollte ohne Zeitverlust ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Kaynaklar

  1. Greenberg MS. Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:418-426.
  2. Di Ieva A, Lee JM, Cusimano MD, eds. Handbook of Skull Base Surgery. Thieme; 2016:853.
  3. Winn HR, ed. Youmans and Winn Neurological Surgery. 6th ed. Elsevier; 2011.

Bu içerik akademik kaynaklara dayanılarak hazırlanmış bilgilendirme amaçlıdır; tanı ve tedavi kararları için hekiminize başvurunuz.

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