Zervikale Skeletttraktion (Gardner, Crutchfield)
Vorübergehende Ausrichtung und Fixierung der Halswirbelsäule durch vom Schädel aus ausgeübtes Gewicht
Was ist diese Behandlung?
Die zervikale Skeletttraktion (Gardner-Wells- oder Crutchfield-Zangen) ist ein nichtoperatives Verfahren, bei dem über spezielle, an beiden Seiten des Schädels angebrachte Zangen ein axialer (längsgerichteter) Zug mit Gewicht auf die Halswirbelsäule ausgeübt wird. Sie wird in der Regel eingesetzt, um Luxationen oder Luxationsfrakturen der Halswirbelsäule geschlossen zu reponieren und die Wirbelsäule vorübergehend zu stabilisieren.
Vorteile
- Ermöglicht die Ausrichtung einer Luxation oder Luxationsfraktur mit geschlossenem Verfahren, ohne offene Operation
- Hilft, die Wirbelsäule bis zur Planung der definitiven Behandlung vorübergehend stabil zu halten
- Während der Anwendung wird der Patient in der Regel wach gehalten, sodass der neurologische Zustand engmaschig überwacht werden kann
- Eine Verringerung des Drucks auf das Nervengewebe kann angestrebt werden
Behandlungsablauf
Der Eingriff wird in der Regel am wachen Patienten unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach geeigneter Vorbereitung der Kopfhaut werden an beiden Seiten des Schädels die Zangen angebracht. Die Zangen werden über eine Seil-Rollen-Vorrichtung mit Gewichten verbunden und das Gewicht wird schrittweise erhöht. Bei jedem Schritt wird die Ausrichtung durch neurologische Untersuchung und Bildgebung kontrolliert. Dies ist keine Operation, sondern eine geschlossene Reposition mit vorübergehender Fixierung.
Wann wird sie eingesetzt?
- Geschlossene Reposition von Luxationen oder Luxationsfrakturen der Halswirbelsäule
- Vorübergehende Stabilisierung der Wirbelsäule vor der definitiven Behandlung
- Angestrebte Verringerung des Drucks auf das Nervengewebe durch Wiederherstellung der Ausrichtung
- Beurteilung des neurologischen Zustands unter engmaschiger Überwachung
Genesung und Planung
Während und nach dem Eingriff wird der neurologische Zustand regelmäßig beurteilt. Da während einer akuten Reposition selten eine neurologische Verschlechterung aufgrund eines unbemerkten Bandscheibenvorfalls auftreten kann, wird der Patient engmaschig überwacht. Der Plan für die weitere Behandlung und Mobilisierung richtet sich nach dem klinischen Bild.
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