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Mikroneurovaskulärer Muskeltransfer bei Fazialisparese

Anwendung eines mikroneurovaskulären Muskeltransfers bei Fazialisparese

Was ist diese Behandlung?

Der mikroneurovaskuläre Muskeltransfer ist ein mikrochirurgischer Rekonstruktionseingriff, der bei langbestehender oder angeborener Gesichtslähmung die Wiedererlangung von Lächeln und Gesichtsbewegung (dynamische Reanimation) zum Ziel hat. Ein aus einer anderen Körperregion entnommener Muskel (häufig der Musculus gracilis) wird ins Gesicht verpflanzt; Gefäße und Nerv des Muskels werden mit mikrochirurgischer Technik an ein Gefäß und einen Nerv im Gesicht angeschlossen.

Vorteile

  • Zielt darauf ab, in der gelähmten Gesichtshälfte willkürliches Lächeln/Bewegung wiederzuerlangen
  • Soll zur Verbesserung der Gesichtssymmetrie beitragen
  • Ist eine dynamische Rekonstruktion, bei der der transplantierte Muskel eine eigene Durchblutung und Nervenversorgung erhält
  • Bietet eine Option bei langbestehender oder angeborener Lähmung, wenn eine Nervenreparatur allein unzureichend ist

Behandlungsablauf

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Aus der Spenderregion wird ein freier Muskellappen mitsamt Gefäß und Nerv entnommen und ins Gesicht eingebracht; das Gefäß des Muskels wird an ein Gesichtsgefäß und der Nerv an den Zielnerv (häufig ein zuvor angelegtes Cross-Face-Nerventransplantat) mikrochirurgisch angeschlossen. Der Eingriff wird meist zweizeitig geplant: zunächst das Cross-Face-Nerventransplantat, 4–6 Monate später der freie Muskeltransfer.

Wann wird sie eingesetzt?

  • Langbestehende (chronische) Gesichtslähmung
  • Angeborene (kongenitale) Gesichtslähmung, z. B. Möbius-Syndrom
  • Wiedererlangung von Lächeln und Gesichtsbewegung (dynamische Reanimation)
  • Fälle von Gesichtslähmung, bei denen eine Nervenreparatur allein nicht ausreicht

Genesung und Planung

Nach der Operation wird die Durchblutung des transplantierten Lappens engmaschig überwacht. Ein Einsetzen der Muskelaktivität wird innerhalb von Monaten (in der Regel nach einigen Monaten) erwartet. Zu den möglichen Risiken zählen Lappenverlust, Asymmetrie und eine begrenzte erwartete Muskelbewegung; diese werden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen.

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Mikroneurovaskulärer Muskeltransfer bei Fazialisparese | Dr. Özgür Akşan