Hypoglossus-Transposition
Wiederherstellung der Gesichtsbewegung bei Fazialisparese durch Kraftübertragung vom Zungennerv
Was ist diese Behandlung?
Die Hypoglossus-Transposition bezeichnet das Verfahren, bei dem bei Gesichtslähmungen, in denen der Gesichtsnerv (Nervus facialis) irreparabel seine Funktion verloren hat, der die Zungenbewegung steuernde Hypoglossusnerv mit dem Gesichtsnerv verbunden wird (Anastomose). Ziel ist es, den motorischen Impuls vom Zungennerv auf den gelähmten Gesichtsnerv zu übertragen und so Gesichtsbewegung und -symmetrie wiederherzustellen; dies ist keine Druckentlastung, sondern ein Verfahren des Nerventransfers (Reinnervation).
Vorteile
- Zielt darauf ab, dem gelähmten Gesichtsnerv einen motorischen Impuls vom Hypoglossusnerv zu übertragen
- Kann zur Besserung der Gesichtssymmetrie in Ruhe und zur Wiedererlangung der Gesichtsbewegung durch Übung beitragen
- Auf den weitestmöglichen Erhalt der Zungenfunktion wird sorgfältig geachtet (partielle/Split-Technik)
- Die Methodenwahl wird nach Dauer und Ursache der Lähmung sowie dem Nervenzustand festgelegt
Behandlungsablauf
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Unter dem Mikroskop werden das distale Ende des gelähmten Nervus facialis und der Hypoglossusnerv vorbereitet und End-zu-End oder in partieller (Split-)Technik miteinander vernäht (Anastomose), sodass motorische Kraft vom Zungennerv auf den Gesichtsnerv übertragen wird.
Wann wird sie eingesetzt?
- Faziale Reanimation bei dauerhafter Gesichtslähmung, wenn eine proximale Reparatur nicht möglich ist
- Wiederherstellung der Gesichtssymmetrie in Ruhe und der Gesichtsbewegung durch Übung
- Reinnervation eines funktionslos gewordenen Gesichtsnervs durch einen anderen motorischen Nerv
- Unterstützung von Lebensqualität und Funktion nach einer Gesichtslähmung
Genesung und Planung
Die Rückkehr der Gesichtsbewegung kann Monate dauern und erfordert in der Regel eine Gesichtsrehabilitation. Mögliche Risiken wie eine Beeinträchtigung der Zungenbewegung werden mit Ihnen vorab besprochen. Der Entlassungsplan wird entsprechend dem klinischen Bild festgelegt.
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