Interskalenäre Blockade
Plexus-brachialis-Blockade zur Regionalanästhesie und Schmerzkontrolle bei Schulter- und Oberarmchirurgie
Was ist diese Behandlung?
Die interskalenäre Blockade ist ein Verfahren, bei dem im Halsbereich um die oberen Wurzeln (C5–C7) des zwischen den Skalenusmuskeln verlaufenden Plexus brachialis ein Lokalanästhetikum injiziert wird, um die Nervenleitung vorübergehend zu blockieren. Sie wird in der Schulter- und proximalen Armchirurgie zur Regionalanästhesie und zur postoperativen Schmerzkontrolle unter Führung von Ultraschall und/oder Nervenstimulator angewendet.
Vorteile
- Bietet im Bereich von Schulter und Oberarm eine wirksame Anästhesie und Schmerzlinderung
- Kann durch Reduktion des postoperativen Schmerzes den Opioidbedarf senken
- Bietet eine regionale Technik als Alternative oder Ergänzung zur Vollnarkose
- Kann unter Ultraschallführung gezielt angewendet werden
Behandlungsablauf
Der Patient wird in Rückenlage mit leicht zur Gegenseite gedrehtem Kopf gelagert. Unter Führung von Ultraschall und/oder Nervenstimulator werden die Wurzeln des Plexus brachialis zwischen den Skalenusmuskeln identifiziert. Unter sterilen Bedingungen wird mit einer dünnen Nadel ein Lokalanästhetikum injiziert. Der Patient wird im Hinblick auf Wirkung und mögliche Nebenwirkungen unter Beobachtung gehalten.
Wann wird sie eingesetzt?
- Regionalanästhesie in der Schulterchirurgie
- Blockade des oberen Truncus (C5–C7) des Plexus brachialis
- Schmerzkontrolle an Schulter und proximalem Arm
- Postoperative Analgesie
Genesung und Planung
Nach dem Eingriff sind eine vorübergehende Taubheit und Schwäche in Arm und Schulter zu erwarten; die Wirkdauer hängt vom verwendeten Wirkstoff ab. Bei der interskalenären Blockade tritt durch die Mitbeteiligung des gleichseitigen Nervus phrenicus häufig eine vorübergehende Hemidiaphragma-(Zwerchfell-)Lähmung auf; daher wird sie bei Patienten mit eingeschränkter Atemreserve mit Vorsicht beurteilt. Außerdem können eine vorübergehende Heiserkeit (Nervus laryngeus recurrens) und ein Horner-Syndrom (Herabhängen des Augenlids, Pupillenverengung) auftreten.
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