Was ist diese Behandlung?
Die Seitenventrikel sind tief im Gehirn gelegene Hohlräume, in denen das Hirnwasser gebildet wird und zirkuliert. Tumoren, die sich in diesen Hohlräumen entwickeln, können die Zirkulation des Hirnwassers behindern und zu einem Hydrozephalus und erhöhtem Hirndruck führen. Aufgrund der tiefen Lage wird der Tumor unter größtmöglicher Schonung des umgebenden gesunden Hirngewebes erreicht.
Vorteile
- Zielt darauf ab, durch die Entfernung des Tumors den Hirnwasserkreislauf zu eröffnen und den Hydrozephalus zu beheben
- Ist darauf ausgerichtet, Beschwerden infolge des erhöhten Hirndrucks zu lindern
- Achtet durch die Wahl des Operationskorridors auf den Erhalt des umgebenden funktionellen Hirngewebes
- Trägt durch die pathologische Untersuchung des entnommenen Gewebes zur definitiven Diagnose bei
Behandlungsablauf
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose mittels Kraniotomie. Je nach Lage des Tumors wird ein transkortikaler (durch die Hirnrinde) oder transkallosaler (durch den Balken) Korridor gewählt. Mit mikrochirurgischer Technik wird der Tumor von innen entleert und von seinen Wänden gelöst; es werden Vorkehrungen getroffen, um eine Ausbreitung von Blut und Tumorpartikeln in das Ventrikelsystem zu verhindern. Auf den Erhalt der tiefen Gefäßstrukturen wird besonders geachtet.
Wann wird sie eingesetzt?
- Chirurgie von Tumoren, die im Seitenventrikel liegen
- Behebung von tumorbedingtem Hydrozephalus und erhöhtem Hirndruck
- Linderung von Druckbeschwerden
- Gewinnung von Gewebe für die definitive pathologische Diagnose
Genesung und Planung
Nach der Operation werden Sie engmaschig überwacht; es erfolgt eine Kontrolle hinsichtlich des neurologischen Zustands, des Hirnwasserkreislaufs und einer möglichen Blutung bzw. eines Lecks. In einigen Fällen können vorübergehende Gedächtnis- oder neurologische Veränderungen auftreten. Der Entlassungs- und Behandlungsplan richtet sich nach dem pathologischen Befund und dem klinischen Bild.
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Quellen
Geprüfte Fachbücher der Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, die den medizinischen Rahmen dieser Behandlung stützen.
- Quiñones-Hinojosa A, ed. Schmidek and Sweet: Operative Neurosurgical Techniques: Indications, Methods and Results. 7th ed. Elsevier; 2021:212.
- Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011.
- Badie B, ed. Neurosurgical Operative Atlas: Neuro-Oncology. 2nd ed. Thieme; 2007.
- Rhoton AL Jr. Rhoton’s Cranial Anatomy and Surgical Approaches. Oxford University Press; 2019.
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