Parasagittale Tumoren (interhemisphärisch, tentoriell)
Chirurgische Behandlung von Tumoren in Mittellinienähe (parasagittal, interhemisphärisch, tentoriell)
Was ist diese Behandlung?
Parasagittale Tumoren sind Läsionen, die in der Nähe des Sinus sagittalis superior entstehen, der großen, entlang der Mittellinie des Gehirns verlaufenden Vene. Interhemisphärisch gelegene liegen zwischen den beiden Großhirnhemisphären, tentoriell gelegene in der Nähe des Tentoriums, das Gehirn und Kleinhirn trennt. Dass diese Tumoren häufig nahe an den venösen Sinus und wichtigen kortikalen Gefäßen liegen, macht die Chirurgie besonders anspruchsvoll. Ziel ist es, den Tumor möglichst weitgehend zu entfernen oder für die Gewebediagnose eine Biopsie zu entnehmen.
Vorteile
- Ziel ist durch Entfernung oder Verkleinerung des Tumors die Verringerung des Drucks auf das Hirngewebe
- Ermöglicht durch Gewinnung einer Gewebediagnose die Planung der weiteren Behandlung
- Zum Schutz der venösen Sinus und wichtigen Brückenvenen werden Mikrochirurgie und Neuromonitoring eingesetzt
- Der Zugang wird je nach Lage des Tumors zur Mittellinie und individuell nach Patient geplant
Behandlungsablauf
Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Über eine der Lage des Tumors entsprechende Kraniotomie wird die in Mittellinienähe gelegene Läsion erreicht. Unter mikrochirurgischen Techniken und intraoperativem Monitoring wird der Tumor entfernt, wobei versucht wird, den Sinus sagittalis superior und die drainierenden Venen zu schonen.
Wann wird sie eingesetzt?
- Chirurgische Entfernung von parasagittal, interhemisphärisch oder tentoriell gelegenen Tumoren
- Behebung der durch den Tumordruck bedingten neurologischen Beschwerden (Anfälle, Kraftverlust u. a.) oder Verhinderung ihres Fortschreitens
- Verringerung des Drucks auf das Hirngewebe und die venösen Strukturen
- Planung zusätzlicher Behandlungen durch Bereitstellung einer Gewebediagnose
Genesung und Planung
Nach der Operation erfolgt die Überwachung hinsichtlich des neurologischen Status und möglicher durch die venöse Zirkulation bedingter Beschwerden. Entlassung und Heilungsverlauf variieren je nach Art und Lage des Tumors und Umfang der Operation.
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Quellen
Geprüfte Fachbücher der Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, die den medizinischen Rahmen dieser Behandlung stützen.
- Greenberg MS. Greenberg’s Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:816.
- Quiñones-Hinojosa A, ed. Schmidek and Sweet: Operative Neurosurgical Techniques: Indications, Methods and Results. 7th ed. Elsevier; 2021:275.
- Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011.
- Nader R, Gragnaniello C, Berta SC, Sabbagh AJ, Levy ML, eds. Neurosurgery Tricks of the Trade: Cranial. Thieme; 2014.
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