Sellare und parasellare Tumoren, mittels Kraniotomie
Transkranieller Zugang (Kraniotomie) bei sellaren und parasellaren Tumoren
Was ist diese Behandlung?
Ein Teil der Tumoren der Sella turcica (Hypophysenregion) und der umgebenden parasellaren Region wird durch Eröffnung des Schädels (transkraniell/Kraniotomie) behandelt. Dieser Zugang kann insbesondere bei Tumoren mit ausgeprägter suprasellarer Ausdehnung, bei großen Tumoren oder bei Tumoren mit Beziehung zu den Sehnerven, dem Chiasma und den umgebenden Gefäßstrukturen bevorzugt werden. Ziel ist es, den Tumor unter Schonung der umliegenden Sehbahnen und Gefäßstrukturen so weit wie möglich zu entfernen.
Vorteile
- Ermöglicht bei Tumoren mit ausgeprägter suprasellarer Ausdehnung oder bei großen Tumoren einen direkten Zugang zur Raumforderung
- Ermöglicht bei Tumoren mit Bezug zu den Sehnerven und zum Chiasma eine unter Sicht durchgeführte Freilegung der Sehbahnen
- Zielt auf die Tumorentfernung unter Beachtung der umgebenden Gefäßstrukturen (A. carotis interna und ihre Äste) ab
- Trägt durch die pathologische Untersuchung des entnommenen Gewebes zur definitiven Diagnose bei
Behandlungsablauf
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose mittels Kraniotomie; häufig wird ein pterionaler (schläfen-stirnseitiger) Zugang verwendet. Der Tumor wird über natürliche Korridore wie den interoptischen oder optikokarotidalen Spalt erreicht; ist der Sehnerv gespannt, wird er entlastet und dadurch belastbarer für die Retraktion gemacht. Der Tumor wird unter Schonung der Sehbahnen und Gefäßstrukturen entfernt. Aufgrund der Nachbarschaft der Region zu Hypophyse und Hypothalamus ist die hormonelle Beurteilung Teil des operativen Vorgehens.
Wann wird sie eingesetzt?
- Chirurgie großer Tumoren der Sellaregion mit ausgeprägter suprasellarer/parasellarer Ausdehnung
- Behebung von Sehstörungen infolge von Druck auf Sehnerv und Chiasma
- Transkranielle Resektion bei Tumoren, die auf endonasalem Weg nicht vollständig erreichbar sind
- Gewinnung von Gewebe für die definitive pathologische Diagnose
Genesung und Planung
Nach der Operation werden Sie engmaschig überwacht; Sehfunktion und hormoneller Status (Hypophysenfunktionen, Wasser-Salz-Haushalt) werden regelmäßig beurteilt. Das Resektionsergebnis wird mittels Kontrollbildgebung überprüft. Der Entlassungs- und Behandlungsplan richtet sich nach dem pathologischen Befund, dem hormonellen Bild und dem klinischen Zustand.
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Quellen
Geprüfte Fachbücher der Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, die den medizinischen Rahmen dieser Behandlung stützen.
- Greenberg MS. Greenberg’s Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023:906.
- Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011:1484.
- Quiñones-Hinojosa A, ed. Schmidek and Sweet: Operative Neurosurgical Techniques: Indications, Methods and Results. 7th ed. Elsevier; 2021.
- Badie B, ed. Neurosurgical Operative Atlas: Neuro-Oncology. 2nd ed. Thieme; 2007.
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