Stereotaktische Zingulotomie/Kapsulotomie
Stereotaktische Läsionierung bei therapieresistenten psychiatrischen Erkrankungen und Schmerzen
Was ist diese Behandlung?
Die stereotaktische Zingulotomie/Kapsulotomie ist ein funktioneller neurochirurgischer Eingriff, der auf dem Setzen einer kleinen, kontrollierten Läsion in einem bestimmten Hirnbereich (bei der Zingulotomie im Gyrus cinguli, bei der Kapsulotomie im vorderen Schenkel der Capsula interna) unter stereotaktischer Führung beruht. Er wird bei ausgewählten Fällen, die nicht auf eine intensive medizinische und psychiatrische Behandlung ansprechen, nach Entscheidung eines multidisziplinären Teams durchgeführt.
Vorteile
- Bietet eine Option für ausgewählte Fälle, die gegen Medikamente und andere Behandlungen therapieresistent sind
- Die Zielregion wird durch die stereotaktische Planung präzise bestimmt
- Nach multidisziplinärer Beurteilung wird ein individuell geeignetes Ziel ausgewählt
- Lage und Größe der Läsion werden unter Bildgebung geplant
Behandlungsablauf
Es werden eine stereotaktische Bildgebung und Planung durchgeführt. Mit einem stereotaktischen Rahmen oder einem rahmenlosen System werden die Zielkoordinaten bestimmt; in der Zielregion wird in der Regel mittels Radiofrequenzverfahren eine kontrollierte Läsion gesetzt. Vor und nach dem Eingriff werden psychiatrische Beurteilungsprozesse durchgeführt.
Wann wird sie eingesetzt?
- Medikamentös therapieresistente Zwangsstörung (OCD)
- Therapieresistente Major-Depression und ausgewählte Angststörungen
- Hartnäckiger (intraktabler) chronischer Schmerz, der mit anderen Methoden nicht kontrolliert werden kann
- Ausgewählte Fälle, die durch Entscheidung eines multidisziplinären Teams als geeignet befunden werden
Genesung und Planung
Nach dem Eingriff werden der neurologische und der psychiatrische Zustand engmaschig überwacht. Das Ansprechen auf die Behandlung wird im Verlauf beurteilt; der Nachsorge- und psychiatrische Betreuungsplan richtet sich nach dem klinischen Bild.
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