Stereotaktische Thalamotomie/Pallidotomie unter Mikroelektrodenableitung
Funktionelle Läsionierung mit Zielbestätigung durch Mikroelektrodenableitung
Was ist diese Behandlung?
Die stereotaktische Thalamotomie/Pallidotomie unter Mikroelektrodenableitung ist ein funktioneller Eingriff, der durchgeführt wird, um Beschwerden bei Tremor, Parkinson-Krankheit und einigen weiteren Bewegungsstörungen zu lindern, die nicht ausreichend auf Medikamente ansprechen. Während mittels stereotaktischer Zielführung im Thalamus (Thalamotomie) oder im Globus pallidus (Pallidotomie) eine kontrollierte Läsion gesetzt wird, wird die Zielregion mithilfe der Mikroelektrodenableitung (MER) während des Eingriffs auf zellulärer Ebene bestätigt. Der Eingriff verändert nicht den Krankheitsverlauf; er ist ein palliativer, auf die Beschwerden ausgerichteter Ansatz.
Vorteile
- Zielt auf die Linderung von Beschwerden wie medikamentös therapieresistentem Tremor ab
- Ermöglicht die Bestätigung der Zielregion während des Eingriffs mittels Mikroelektrodenableitung
- Ermöglicht mithilfe des stereotaktischen Rahmens eine präzise Bestimmung der Koordinaten
- Ist bei ausgewählten Fällen von Bewegungsstörungen eine auf die Beschwerden ausgerichtete Behandlungsoption
Behandlungsablauf
Der Eingriff wird in der Regel unter örtlicher Betäubung am wachen Patienten durchgeführt. Am Kopf wird ein stereotaktischer Rahmen angebracht und die Zielkoordinaten werden mittels Bildgebung berechnet. Durch Mikroelektrodenableitung wird die elektrische Aktivität der Nervenzellen abgehört und das Ziel bestätigt; nach Stimulationstests wird in diesem Bereich eine kontrollierte Läsion gesetzt. Dass der Patient wach ist, ermöglicht die Beurteilung der Wirkung und möglicher Nebenwirkungen während des Eingriffs.
Wann wird sie eingesetzt?
- Linderung eines medikamentös therapieresistenten Tremors
- Palliative Behandlung ausgewählter Beschwerden bei der Parkinson-Krankheit
- Gezielte Läsionierung bei einigen Dystonien und anderen Bewegungsstörungen
- Fälle, in denen eine Bestätigung des Ziels auf zellulärer Ebene durch Mikroelektrodenableitung erforderlich ist
Genesung und Planung
Nach dem Eingriff werden der neurologische Zustand und die Veränderung der Beschwerden beurteilt. Da die Möglichkeit bleibender Nebenwirkungen in Bereichen wie Sprache oder Empfindung besteht, ist die Nachsorge wichtig. Der Entlassungs- und Nachsorgeplan richtet sich nach dem klinischen Bild.
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