Totale Sakrektomie
Große chirurgische Resektion mit vollständiger Entfernung des Kreuzbeins
Was ist diese Behandlung?
Die totale Sakrektomie ist eine ausgedehnte onkologische Resektion, bei der das Sakrum (der dreieckige Knochen oberhalb des Steißbeins) vollständig entfernt wird. Sie wird vor allem bei primären Knochentumoren des Sakrums wie dem Chordom und bei ausgewählten malignen Läsionen durchgeführt. Damit der Tumor mit gesunden Rändern entfernt werden kann, werden die Nervenwurzeln S2–S4 auf beiden Seiten geopfert.
Vorteile
- Zielt auf die Entfernung des sakralen Tumors im Ganzen mit gesundem Geweberand ab
- Strebt an, das Vordringen des Tumors in die umgebenden Strukturen zu stoppen
- Durch kombinierten Zugang und Wirbelsäulen-Becken-Rekonstruktion wird versucht, die strukturelle Kontinuität herzustellen
- Wird mit erweiterter Bildgebung und intraoperativer Überwachung geplant
Behandlungsablauf
In Vollnarkose erfolgt der Eingriff bei den meisten Fällen über einen kombinierten Zugang, zunächst vom Bauch (anterior), dann vom Rücken (posterior). Da während des Eingriffs ein erheblicher Blutverlust zu erwarten ist, wird die Vorbereitung entsprechend getroffen; die Nervenwurzeln S2–S4 werden auf beiden Seiten zusammen mit dem Tumor geopfert. Nach der Entfernung des Sakrums wird die Kontinuität zwischen Wirbelsäule und Becken mit Schrauben-Stab-Systemen wiederhergestellt.
Wann wird sie eingesetzt?
- Chirurgische Behandlung primärer Knochentumoren des Sakrums (insbesondere Chordom) und ausgewählter maligner Läsionen
- Verhinderung des Krankheitsfortschreitens durch Entfernung des Tumors mit gesundem Rand
- Resektion von auf das Sakrum ausgedehnten Raumforderungen, die auf anderem Weg nicht entfernbar sind
- Rekonstruktion der Wirbelsäulen-Becken-Kontinuität nach der Resektion
Genesung und Planung
Da die S2–S4-Wurzeln beider Seiten geopfert werden, sind ein dauerhafter Verlust der Darm- und Blasenfunktion sowie der Sexualfunktion ein zu erwartendes Ergebnis; die Versorgung wird entsprechend geplant. Eine engmaschige Überwachung hinsichtlich Blutverlust, Wundheilung und Infektion ist erforderlich. Entlassung und Rehabilitationsverlauf richten sich nach dem klinischen Bild.
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