Totale Sakrektomie + sakropelvine Fixation
Vollständige Entfernung des Kreuzbeins und Wiederherstellung der Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken
Was ist diese Behandlung?
Die totale Sakrektomie mit sakropelviner Fixation umfasst bei Tumoren des Sakrums (insbesondere Chordomen) die vollständige Entfernung des Sakrums und anschließend die Wiederherstellung der Verbindung zwischen Wirbelsäule und Becken mit einer Metallinstrumentierung. Da mit der Entfernung des Sakrums die knöcherne Kontinuität zwischen Wirbelsäule und Becken verloren geht, ist zur Sicherung der Lastübertragung eine sakropelvine Fixation erforderlich.
Vorteile
- Zielt auf die Entfernung des sakralen Tumors im Ganzen mit gesundem Rand ab
- Stellt nach der Entfernung des Sakrums die Wirbelsäulen-Becken-Kontinuität mit einem Schrauben-Stab-System wieder her
- Strebt an, durch die Wiederherstellung der Lastübertragung das Aufstehen und die Bewegung zu unterstützen
- Wird mit erweiterter Bildgebung und intraoperativer Überwachung geplant
Behandlungsablauf
In Vollnarkose wird das Sakrum meist über einen kombinierten anterior-posterioren Zugang zusammen mit dem Tumor entfernt; die Nervenwurzeln S2–S4 werden auf beiden Seiten geopfert. Anschließend wird mit einem von der Lendenwirbelsäule zu den Darmbeinknochen reichenden Schrauben-Stab-System eine sakropelvine Fixation durchgeführt und die Wirbelsäulen-Becken-Verbindung rekonstruiert. Da ein erheblicher Blutverlust zu erwarten ist, wird die Vorbereitung entsprechend getroffen.
Wann wird sie eingesetzt?
- Sicherung der Wirbelsäulen-Becken-Kontinuität nach Resektion bei primären Tumoren des Sakrums (Chordom u. a.)
- Behebung der nach Sakrektomie entstehenden spinopelvinen Instabilität
- Wiederherstellung der lasttragenden Achse zwischen Wirbelsäule und Becken
- Mechanische Stabilisierung nach der Resektion und Vorbereitung der Mobilisierung
Genesung und Planung
Da die S2–S4-Wurzeln beider Seiten geopfert werden, sind ein dauerhafter Verlust der Darm-, Blasen- und Sexualfunktion ein zu erwartendes Ergebnis; die Versorgung wird entsprechend geplant. Die Lastaufnahme der Instrumentierung und die Entwicklung der Fusion brauchen Zeit; eine engmaschige Überwachung hinsichtlich Blutverlust, Wundheilung und Infektion wird durchgeführt. Die Rehabilitation wird nach dem klinischen Bild geplant.
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Quellen
Geprüfte Fachbücher der Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, die den medizinischen Rahmen dieser Behandlung stützen.
- Baaj AA, Mummaneni PV, Uribe JS, Vaccaro AR, Greenberg MS, eds. Handbook of Spine Surgery. Thieme; 2012:475.
- Winn HR, ed. Youmans Neurological Surgery. 6th ed. Saunders; 2011:3020.
- Baaj AA, Kakarla UK, Kim HJ, eds. Surgery of the Thoracic Spine: Principles and Techniques. Thieme; 2019.
- Greenberg MS. Greenberg’s Handbook of Neurosurgery. 10th ed. Thieme; 2023.
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